Ein weiterer positiver Bericht!

Fragen zur Operation einer Steißbeinfistel.

Ein weiterer positiver Bericht!

Beitragvon optimist am Mi 14. Dez 2011, 10:14

Sooo... lange schon habe ich mich schlau gemacht via dieses Forum. Allerdings bisher nur als nicht registrierter Benutzer. Dachte mir jetzt aber, ich melde mich auch an, dann kann ich mich bei Bedarf an den Threads beteiligen und letzendlich vielleicht auch jemandem weiterhelfen durch meine Erfahrungen.

Zu meiner Person:
Bin 35 Jahre alt, wohne in der Schweiz und habe meine Pilonidalsinus-OP am 14.11.11 hinter mich gebracht.
Habe die "klassische" OP-Methode gewählt (Exzision des Fistelgewebes mit anschliessender sekundärer Wundheilung; die "Metztger-Variante" also... ;) )

Bin aber eigentlich soweit ganz happy damit. Naja, zumindest, was OP und die Zeit danach anbelangt.
Da ich den "Knubbel" am Hintern (bei mir sass er ziemlich weit oben - noch vor dem Beginn der Pofalte) schon mehrere Jahre mit mir herumtrug, hat sich ein dementsprechen grosses Fistelgewebe gebildet. Bei mir war/ist die Wunde dann auch demnetsprechend gross: 12 cm x 4 cm und ca. 3 cm tief. Ja, die haben mir wortwörtlich den A**** aufgerissen! :shock: ;)
Warum ich nicht früher die OP machen liess? Nun, ich wusste ja nicht, dass es sich dabei um den berühmten Pilonidalsinus handelte. Und da das Teil nie wirklich entzündet war, hielten sich bei mir die Schmerzen eigentlich immer in Grenzen. So 1 - 2 mal im Jahr war der Knubbel etwas angeschwollen und schrmerzte, aber nie richtig doll. Und nach wenigen Tag war der Spuk dann jeweils auch wieder vorbei. Und so dachte ich mir halt nix Böses und schob den Knubbel auf einen Unfall beim Schlitteln, bei dem ich mal ziemlich übel aufs Steissbein gekracht bin.

Whatever... Diesen Sommer entdeckte ich dann plötzlich einen Porus in der Ritze (so wie die meisten hier...). Ich so "Hmm, also wenn das mal nicht sonderbar ist?", worauf ich dann zu meinem Hausarzt bin. Der schaute sich das kurz an und meinte dann "Alles klar, Sie haben einen Pilonidalsinus!". "Einen was?!?!"... tja und der Rest ist Geschichte. ;)
Da meine Fistel nicht entzündet war und ich auch sonst keine Probleme hatte, konnte ich mir Zeit lassen mit der OP. Mein Arzt hat mich über die verschiedenen OP-Methoden, die es so gibt bei uns beraten und gemeint, ich solle mich in aller Ruhe entscheiden. Und da die Fistel nicht entzündet war, hatte ich keinen Stress. Er meinte einfach, ich soll es mir doch innerhalb einer halben Jahres wegoperieren lassen, da, wenn es sich entzündet, der Schaden nur grösser werden kann.

Nach langem hin- und her habe ich mich, trotz der Vorbehalte hier im Forum, für die Metzger-Variante entschieden: Komplette Entfernung des Gewebes und dann in aller Ruhe den Körper das Loch heilen lassen. Ich vertraute da voll und ganz auf die Selbstheilungkraft. Zumal mir die Rizidivraten bei den anderen Methoden (Laser, PitPicking, ...) einfach als zu hoch erschienen. Immerhin hat man bei der vollständigen Exzision eine Wahrscheinlichkeit von 90%, dass das Teil danach für immer weg bleibt. Und so setzte ich letzendlich alles auf eine Karte und liess mich im örtlichen Krankehaus operieren.

Lief soweit alles wunderbar: Kurzer Aufenthalt (1.5 Tage), Spinalanästhesie, das heisst, ich war bei vollem Bewusst sein und einfach von der Hüfte an abwärts betäubt. Konnte wärend dem Eingriff mit dem Anästhesisten plauder (junger Typ aus Österreich - wir unterhielten uns über Musik und er hat mir immer erklärt, was "hinten" gerade so abgeht). Alles in allem wars interessant. Eine Lebenserfahrung. ;)
Danach hatte ich eigentlich kaum Schmerzen. Ich wurde um ca. 15.00 Uhr montags operiert und um 13.30 am Dienstag war ich wieder zu Hause. Dann kam halt der ganze Plausch mit Wunde ausduschen 3x täglich, Kompressen reinlegen, etc... Aber das wissen die meisten hier ja.
Bis jetzt läuft alles super. Keine Schmerzen, Wunde schon zur Hälfte zu (nach 4 Wochen). Arbeiten ging ich nach 3 Wochen wieder. Das klappt alles ganz gut. Ab und an "zwickts" ein bisschen, aber es ist alles erstaunlich angenehm... Dafür, dass man so einen Krater am Hintern hat, habe ich massiv mehr Unanehmlichkeiten erwartet.

Ich dusche die Wunde nur 3x am Tag aus und lege neue (trockene!) Kompressen rein. Kein Kleben, kein Bluten. Passt. Die Wunde sonert ja Wunsekret ab und das befeuchtet die Kompressen jeweils rasch, so dass sie nicht ankleben kann. Mein Doc kontrolliert von Zeit zu Zeit und ist ganz zuversichtlich, dass es in ca. 4 weiteren Wochen ganz verheilt ist. Danach bleibt dann die Narbe, die halt anfangs noch empflindlich ist. Da muss ich dann schon gut aufpassen, dass die gut verheilt und nicht gleich wieder aufreisst. Tja, mit Spagat wird wohl nix in den kommenden Monaten... :lol:

Ok, das wars bis jetzt. Ich weiss, ich habe noch ein paar Wochen vor mir. Aber bis jetzt lief alles sehr gut und ich bin zuversichtlich, dass dies so bleibt. Auch die Harcore-Metzger-Methode muss also nicht zum Horror werden. Das war mir wichtig aufzuzeigen.
Mehr von mir später, wenn ich weitere Infos habe, was den Heilungsprozess anbelangt.
Ich hoffe, ich konnte mit diesem positiven Eintrag dem einen oder anderen auch die Angst vor dem Eingriff ein wenig nehmen.
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Re: Ein weiterer positiver Bericht!

Beitragvon **fritzi** am Di 20. Dez 2011, 22:19

Hallo Optimist,

ich bin froh, nach vielen Lesestunden, die ich mit dem Thema verbracht habe, positive Berichte zu lesen...meine 16 jährige Tochter wird morgen...also ein paar Tage vor Weihnachten...operiert und meine ganze Hoffnung ist, dass es sich um ein kleines Loch handeln wird.

Ich als Mutter habe mindestens soviel Angst wie sie, aber eine 126 jährige ist lieber in Facebook als auf "Fistelforen"...somit geht sie morgen eher unbedarft an die OP aber mit riesiger Angst vor der Narkose...gut, davor soll se Angst haben aber über den ganzen Rest mit dem großen Loch und der ewigen A...spülungen erzähle ich nichts.

Danke auf jeden Fall für deinen eher positiven Bericht der Metzger-Methode
**fritzi**
 
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Re: Ein weiterer positiver Bericht!

Beitragvon **fritzi** am Fr 23. Dez 2011, 19:31

...meine Tochter ist natürlich nicht 126 Jahre sondern 16 Jahre...und hat dier Operation gut überstanden und es ist das Unfassbare eingetreten...die Fistel war anscheinend nicht so groß und das "Loch" wurde zugenäht...jetzt müßen wir nur noch hoffen, dass es sich nicht entzündet...und wenn Jemand von euch eine richtig gute Adresse braucht in München, dann melden.
Wir sind aber auch extra 50 km gefahren, weil wir einfach in guten Händen sein wollten.
**fritzi**
 
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Re: Ein weiterer positiver Bericht!

Beitragvon optimist am So 8. Jan 2012, 20:57

Das freut mich, dass bei deiner Tochter alles gut gelaufen ist.
Es geistern im Internet viel zu viele negative Berichte über die "Metzgermethode" herum. Klar: eine erfolgreiche Pit-Picking- oder Laser-OP ist cool, wenn alles klappt. Leider gibt es nicht viele Kliniken, die das anbieten und manchmal geht es halt einfach nicht anders... Wie auch immer, ich stelle mir hinterher nicht mehr die Frage, ob ich die "richtige" Methode gewählt habe. Kann ja eh nix mehr ändern. :)
Ich persönlich kann nichts Negatives berichten. Nur die lange Heilungszeit ist vielleicht etwas unangenehm, teilweise. Aber ich in den 3 Wochen, in denen ich krank geschrieben war, konnte ich super mit meinem einjährigen Sohn spielen. Er hatte sichtlich Spass, dass ich mal viel Zeit hatte für ihn. Und nach den drei Wochen habe ich wieder normal gearbeitet. Nix Schmerzen, nix Entzündung, etc.. Das wird alles völlig übertrieben und verzerrt dargestellt. 95 von 100 Fällen, wenn nicht mehr, verlaufen ohne Probleme. (Und bei den Fällen mit Problemen, handelt es sich um Leute, die schon aus irgendwelchen Gründen an Wundheilungsstörungen leiden oder sonts vorbelastet sind.)

Whatever: Vorbei ist vorbei. Ich wünsche allen, die an dem miesen Teil zu leiden haben nur das Beste. Egal welche OP-Methode ihr auch immer wählt: Schickt das Ding in die ewigen Jagdgründe!!! :lol:

Gute Besserung euch allen!!!

(...und glaubt nicht alles, was in Foren so geschrieben wird...!)

:P
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