Die Rettung - 'Pit Picking'-Methode nach Bascom

Fragen zur Operation einer Steißbeinfistel.

Die Rettung - 'Pit Picking'-Methode nach Bascom

Beitragvon J77 am Di 24. Mär 2009, 12:31

Als geheilter Steißbeinfistelpatient möchte ich hier meine Erfahrung weitergeben und eine Empfehlung aussprechen.
Zuerst in verkürzter Form, sozusagen als Quick-Guide:

    1. Sobald man einen nässenden Pickel in der Gesäßfalte verspürt, sofort zum Hautarzt!
    2. Ist eine Steißbeinfistel diagnostiziert, keinen Gedanken an eine großflächige Resektion verschwenden, Hautarzthalbwissen ignorieren und selbst aktiv werden!
    3. Termin am Uniklinikum Regensburg (Dr. Iesalnieks) oder anderem Krankenhaus machen, wo erstmalig auftretende, noch nicht weit verzweigte Fisteln nach der 'Pit-Picking'-Methode nach Bascom operiert werden.
    4. Fistel 'picken' lassen und 20 min. später fistelfrei die Klinik verlassen!
    5. Hoffen, dass man selbst zu den min. 80% der Patienten gehört, bei denen diese Methode erfolgreich (rezidivfrei) ist.
    6. Im Erfolgsfall ein halbes Jahr später auf Google, den behandelnden Arzt und den Verfasser dieser Zeilen sein Glas Sekt erheben!

Einen ausführlicheren Bericht werde ich vielleicht bei Gelegenheit verfassen, das Wichtigste ist allerdings hiermit gesagt.
J77
 
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Re: Die Rettung - 'Pit Picking'-Methode nach Bascom

Beitragvon holunder am Fr 5. Feb 2010, 19:40

Nicht verzweifeln, hier lesen. Auch ich habe super Erfahrungen mit Pit-Picking gemacht!!! ;)

So, ich "schmeiß" hier jetzt einfach nochmal was in den Chat, weil es mir einfach wichtig ist und die Sache immer noch zu wenige Leute/Ärzte wissen!

Ich hatte bis vor 3 Wochen auch eine Steißbeinfistel, nicht so schlimm da nur eine Öffnung und relativ kleiner Abszess; aber Sitzen war doch unangenehm und schmerzhaft.

Nach langem "um die OP drücken" hab ich in einem anderen Forum von der "Pit Picking"-Methode nach Bascom gelesen. Bei dieser wirklich genialen Methode wird nur minimal was weggeschnitten und es wird in lokaler Betäubung gemacht. Das kam mir sehr entgegen, weil ich weniger Schiss vor der eigentlichen OP als vielmehr vor der rießen OP-Wunde bei der klassischen OP und der anschließenden "tollen" Narbe hatte.

Die Pit-Picking-OP wird aber nur von sehr wenigen Ärzten in Deutschland durchgeführt. Eine gute Übersicht über das ganze Thema inkl. Arztliste findet sich übrigens hier:

http://www.pilonidal.org

Joa, so hab ich mir dann nen Termin in der Klinik in Gelsenkirchen geholt und bin morgens hingefahren. Dort lief alles super freundlich und schnell ab. Fistel angeschaut und schon lag ich unter dem Messer. Die "OP" dauerte nur 15 Minuten und war bis auf die Betäubungsspritze :=o völlig schmerzfrei! Auch nach der OP hatte ich zu keinem Zeitpunkt Schmerzen. Die Wunde (bleibt auch offen, aber nur so groß wie ein Fingernagel) hat auch die ersten Tage schön gesifft, ist dann aber rasend schnell zugewachsen. Übrigens bin ich nach der OP rund 300 km mit dem Auto selbst wieder nach Hause gefahren, alles kein Problem. :-)

Joa, also mein Rat lautet: LASST ES MIT DER PIT-PICKUNG-METHODE MACHEN WENN ES MÖGLICH IST!!!! Die ist GENIAL!

Die tollen Ärzte von einer Uniklinik im Saarland wollten mich wie gewohnt aufschneiden und offen zuheilen lassen, mit den bekannten Problemen. Sie sagten, diese "neue Methode sei Schwachsinn". Ich frag mich nun aber als Geheilter, wessen Methode schwachsinniger ist. Ich denke mal eher, bei der klassischen OP gibt es für das KH mehr zu verdienen, das ist der Grund.

Wenn ihr Fragen habt oder Fotos wollt, bin ich Euch gerne behilflich. Mir wurde wie gesagt auch durch so ein Forum geholfen und ich bin endlos froh darüber. Deshalb teile ich gerne meine positiven Erfahrungen mit andern "Fistelopfern". ;-) Schreibt einfach ne PM, ich antworte schnellstmöglich. :mrgreen:
holunder
 
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Re: Die Rettung - 'Pit Picking'-Methode nach Bascom

Beitragvon Joe am Fr 12. Feb 2010, 11:44

Hallo,

das Problem ist das nicht alle von der Methode Pit Picking wissen. Die Meisten Dr. metzeln nur rum.
Ich habe es jetzt erst am Mittwoch machen lassen bin gespannt wie es wird und wo ich angehören zu den 30% oder zu den anderen wo es funktioniert hat.
Auf jeden fall habe ich das in der Uni Klinik Regensburg machen lassen, hier war früher der Dr. Igors Iesalnieks zuständig der ist dann sein Anfang des Jahres nach Gelsenkirchen gegangen.
In Regensburg ist jetzt dafür Dr. med. Klaus Kienle zuständig. Die sind Super nett und alle hilfsbereit.

Gruß
Joe
 
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Re: Die Rettung - 'Pit Picking'-Methode nach Bascom

Beitragvon kris am Mi 24. Feb 2010, 15:27

Hallo.
Bitte im hilfe. Ich muss auch operiet werden, das zweite mall.
Wer operiet im Saarland (komme aus Saarlouis), nach die Pit Picking - Methode??
Danke
kris
 
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Re: Die Rettung - 'Pit Picking'-Methode nach Bascom

Beitragvon Michael am Fr 26. Feb 2010, 22:27

Also ich denke dass das nunmal rausgeschnitten werden muss, das böse an der Sache ist es ja, dass diese Fisteln Gänge nach innen machen, die man nicht von aussen sehen kann, und diese Gänge können im Laufe der Zeit nach links,rechts und überall hingehen, und deswegen muss da bestimmt radikal vorgegangen werden.
Wenn man Glück hat und sie sind nicht tief, dann kann man bestimmt mit der neuen methode was erreichen, aber zb bei mir bei 6 cm tiefe, glaub ich da nicht dran, dass da wirklich alles weg ist und da nicht doch noch etwas unsichtbar und versteckt weiter sich reinfrisst.
Michael
 
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Re: Die Rettung - 'Pit Picking'-Methode nach Bascom

Beitragvon Lance2007 am Di 30. Mär 2010, 19:14

Hallo Hollunder,

Hab Deinen Beitrag zum Thema Steißbeinfistel mit großem Interesse entdeckt, hab selbst eine seit 2003.

Mich würde interessieren, wann Du die hast rausschneiden lassen und ob nochmals ein Rezidiv aufgetreten ist? War es sehr schmerzhaft danach und kann man da wochenlang nimmer sitzen?
Lese gerade, dass Du die Steißbeinfistel nach der Bascom Methode hast entfernen lassen. Leider wollen die Ärzte, die ich gefragt habe, das immer noch großflächig rausschneiden (10cm x 2 cm x 2cm tief!!!!). Hab höllische Angst davor.
Weisst Du, ob diese neue Methode auch bei größeren Fisteln geht oder nur, wenn die Steißbeinfistel noch sehr klein und recht neu ist? Weisst Du, welche Ärzte das machen in Deutschland nach der neuen Methode? Wie gehts Dir jetzt?

Ich war bei 2 Ärzten: beide sagten mir, heutzutage näht man sowas zu, man fehlt damit nur 2 Wochen in der Arbeit. Früher hat man angeblich die offene Wundheilung bevorzugt (ohne Zunähen).
Jetzt lese ich aber, dass mit Zunähen die Rezidivrate deutlich höher ist.
Die Ärzte konnten mir dazu nichts sagen mit %-Werten.

Habe echt schiss vor der OP, das wird ja recht grossflächig ausgeschnitten und teilweise mussten sich Leute 4-5 Mal operieren lassen.
Deswegen kann ich mich auch nicht richtig zur OP entschliessen.
Ich meine: wenn man sowas über sich schon ergehen läßt, dann will man es ja auch nie bekommen.

Vielleicht hast Du noch ein paar Tipps für mich, da wäre ich Dir sehr dankbar.
Christian (christian.arnold81@yahoo.de)
Lance2007
 
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