Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Fragen zur Operation einer Steißbeinfistel.

Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Steve am Do 25. Mär 2010, 19:19

Hallo zusammen!

Ich hatte dasselbe Problem mit den netten Fisteln.
Kurz meine Vorgeschichte ^^
Vor 1,5 Jahren hatte Ich das schonmal. Ürplötzlich Schmerzen im Steißbein, ein ekliger Druck und nässend.
Habe dann selbst dran rumgedrückt, bis es kurz geblutet und geietert hat. Schmerz und Druck waren weg (JA, von alleine!), bis zum letzten Wochenende.
Ich habe Samstags gemerkt dass es wehtut. Sonntags drübergefühlt und es hat wieder genässt. Bin dann durch google hergelangt.
Die Homepage hat mich abgeschreckt und ich bin aufs Forum. Habe dann von dieser Methode gelesen. Da ich saumäßig Glück habe, praktiziert Dr. Iesalnieks in Gelsenkirchen (15 Minuten von mir mit dem Auto). Ich habe dort angerufen und konnte sofort dort hinkommen. Nach 1 Std. im Wartezimmer der chirurgischen Ambulanz, hatte Ich ein Gespräch mit Ihm (10 Minuten). Er hat mir genau erklärt wie die Fisteln entstehen, was sie anrichten und wie man sie entfernen kann. Dann musste Ich 5 Minuten raus, wurde wieder reingeholt und direkt operiert (10 Minuten). 2 Dinge haben wehgetan. Die Spritze... Aua... die OP habe ich nicht gemerkt. Das zweite... Die Pofalte wurde mit Klebeband offen gehalten. Das Abreißen tat auch weh ^^ Naja, Epilieren für umsonst ;D

Ich möchte die Methode mal vorstellen, so wie Dr. Iesalnieks es mir erklärt hat.
Hier ein Kurzer Überblick wie so Fisteln von außen aussehen könnten (bei mir waren es 2):
Bild

So sieht das ganze z.B. im Querschnitt aus (Eine Fistel). Teilweise garnicht auf der äußeren Hautschichtsichtbar, liegt ein Kanal im Fleisch/Fettgewebe. Das kann und wird sich irgendwann entzüdnden, und man hat einen Abszess (Das erzeugt den Schmerz / dadurch werden die meisten auf die Fisteln aufmerksam).
Bild

Bei mir ist das noch relativ frisch gewesen, der Abszess war noch zu und die Fisteln nicht lang. Da konnte man das noch anwenden.
Es wurde ein Schnitt am Abszess gemacht um Ihn zu öffnen und zu leeren. Dasselbe geschah am "Eingang" der Fistel.
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Der Eiter wurde ausgedrückt, danach wurden die Fisteln (engl. "Pit") gezogen (ge"pickt"). Dabei wurde mit einer kleinen Klinge die Außenwand des Fistelkanals weggeschnitten, sodass eine Wunde entstand die zusammenwachsen kann und sich so schließt.
Bild

Wie gesagt, dient das ganze zum "schließen" der Fisteln.
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Die Bilder zeigen den Heilungsverlauf (Blau = Narbe).0

Am Ende hat man je nach Fistelmenge und Ausmaß eine Wunde am Steiß. Meine ist etwas Daumennagel groß.
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Ist doch was ganz anderes als die Wunde nach dem sonst deutschen gemetzel.

Das ganze ist in 2-3 Wochen erledigt. Sollte es nach 4 nicht komplett verheilt sein, klappt die methode nicht. Dann kann man sich aber immernoch "den Arsch aufreißen" lassen, und sich Gewebe entfernen lassen.
KEINE Nachbehandlung, keine Kontrollgänge, nichts. 1x täglich GANZ NORMAL Duschen, garnicht die Wunde beachten.
Ganz normal bewegen, aufs Klo gehen, sitzen und liegen. 1x tägl. den verband wechseln, oder eben öfter wenn es nachblutet oder suppt.
Aber das macht auch die Mami bei Ihrem Sohn wenn er aufs Knie gefallen ist und es blutet. Also halb so wild, nichts großartiges.

Ich empfehle es JEDEM zu versuchen, wenn es klappt ist alles super.
Wenn nicht, kann man imemrnoch zum Metzger. Mir ist nur der eine Arzt bekannt. Hier seine Daten:

Dr. med. Igors Iesalnieks
Leitender Oberarzt
Marienhospital Gelsenkirchen GmbH
(Details findet man bei google, oder PM an mich)

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WIE HOCH IST DIE GEFAHR EINES RÜCKFALLS?
Da nicht alles an Gewebe entfernt wird was betroffen sein KANN, ist es möglich dass es wiederkehrt.
Die Rate liegt bei 15-20% der Behandelten. Bei min. 80% tritt eine Heilung ein.

WARUM BEHANDELN SO WENIGE ÄRZTE NACH DER METHODE?
Diese Methode ist kein Geheimnis. Im Gegenteil. Die Pit Picking Methode existiert seit den frühen 80er Jahren, und ist jedem zugänglich und so gut wie jedem Chirurgen bekannt. Es ist ein routinemäßiger Eingriff. Alleine gestern hat der Dr. 3 Leute (mich eingeschl.) so operiert. Darunter eine junge Dame nähe Hannover (ist ein Stück nach Gelsenkirchen). Diese Methode ist nur sehr unbeliebt, da Sie klein ist. Wenn keine heilung eintrifft muss weggeschnibbelt werden. Die meisten denken sich, ach mach ich das doch sofort. Dass Pit Picking zu 80-85% erfolgreich ist und somit 85 von 100 Patienten ohne großes leid geholfen wird, ist denen egal.

WAS STECKT DAHINTER?
Die Gewebeentfernung wurde während des 2. Weltkriegs "erfunden". Man dachte es wäre angeboren, also muss das ganze Fleisch raus. Auch das Gesunde drumherum.
In den 70ern wurde das weiterentwickelt. Man erkannte, dass es einen Ursprung hat und kein "Geburtsfehler" ist. Eine Entzündung muss nicht großflächig entnommen werden. Es ist wie ein Feuer. Man muss den Herd besiegen und die Zweige unschädlich machen. So wurde also betroffenes Gewebe gesucht und entfernt.
Die Pit Picking Methode ist ähnlich, nur weniger grausam. Man versucht einfach die Fisteln zu schließen (oder zu entfernen. Eine "geschlossene" Fistel gibt es ja nicht ;> ).

WIE KOMMT EINE FISTEL ZUSTANDE?

In den meisten Fällen liegt es an Haaren. Nicht etwa direkt an den "Arschhaaren", sondern an Schnitthaaren und abgebrochenen Haarstücken. Darum sind besonders junge Männer davon betroffen. "Im Nacken kurz, an den Seiten etwas weniger, und oben drauf schön ausdünnen" sagt man beim Friseur. Die Haare rieseln runter, sammeln sich in der Pofalte und reiben an der Haut. Durch die Reibung passiert es, dass sich die Haare drehen und in die Haut bohren. Dabei entsteht keine Wunde, sondern ein Hohlraum der sich nicht selbst verschließt. Die Fistel ist gebohren. Irgendwann entzündet sich das, und mann muss operiert werden.
(Friseure bekommen sowas nebenbei auch ganz gerne zwischen den Fingern!) Da das meist bei jungen Männern mit kurzen Haaren zwischen 20 udn 30 Jahren auftritt, spricht man auch von der Soldatenkrankheit. Aber auch Frauen bleiben nicht verschont, denn haare, hat so gut wie jeder. Das müssen keine Kopfhaare sein, auch Wimpern, Brauen, Rückenhaare oder Fremdhaare finden z.T. den Weg richtung Po.

mfg

euer Steve


Texte und Bilder stammen einzig und allein vom Verfasser dieses Posts. Sie sind nicht geklaut oder kopiert, sondern selbst gezeichnet bzw. verfasst.
Keine Gewährleistung auf Richtigkeit. Es handelt sich um einen zusammenfassung gesammelter Informationen.
Ich finde die Pit Picking Methode solle als OP-Variante auf diese homepage aufgenommen werden. Gerne können meine angegeben Infos & Bilder dazu verwendet werden.
Steve
 
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Kaosmaker am Mo 12. Apr 2010, 01:01

Hallo, ich bin auch in Gelsenkirchen nach der Pit-Picking Methode behandelt worden.
Ich kann Sie nur empfehlen. Op dauerte keine 10 Minuten, Schmerzen so gut wie gar nicht. Nach zwei Wochen war alles wieder ok.
Mein Vorredner hat recht, die meisten Ärzte wollen nach der alten Methode operieren. War in einer Top Ambulance in Hannover (End- und Dickdarmzentrum Hannover) die hatten keine Ahnung von der Pit-Picking Methode.
Der Arzt meinte nur "Habe ich noch nie gehört" und hat die radikal Methode vorgeschlagen. Keine Ahnnung warum es die Ärzte nicht interessiert.
Ich kann nur jedem raten, die Pit Picking Methode zu probieren.
LASST EUCH NICHT DEN HALBEN HINTERN WEGSCHNEIDEN !!!!!! Probiert erst die Pit Picking Methode aus. Ihr könnt nichts verlieren, sondern nur gewinnen. BEI 8 von 10 klappt es.
Mein persönlicher Dank geht an Dr. Iesalnieks und diesem Forum, dass mich über diese Methode informierte.
Kaosmaker
 
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Steve am Mo 12. Apr 2010, 13:20

Kaosmaker hat geschrieben: Probiert erst die Pit Picking Methode aus. Ihr könnt nichts verlieren, sondern nur gewinnen. BEI 8 von 10 klappt es.


Schön dass du dich dazu entschlossen hast :)
Meine Fisteln sind wunderbar abgeheilt.
Ich bin heilfroh dass Ich es probiert habe.
Man kann nichts schlimmer machen, selbst wenn es nicht klappt. Es kann nur besser werden, oder so bleiben. Aber den Hintern wegschneiden lassen, kann man immernoch

Wann hast du es denn machen lassen?
Wär cool wenn du später berichten kannst, obs geklappt hat oder nicht.

Die Ärzte interessiert es nicht, weil es "pillepalle" ist.
Ein Chirurg will rumschnibbeln, mit viel Brimborium. Ein bisschen rumstochern ist nicht spektakulär genug.
Also operieren sie lieber nach Methoden die im 2. Weltkrieg entstanden sind.

mfg Steve
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Kaosmaker am Di 13. Apr 2010, 02:53

Hallo, meine Op war im Dezember 2009 und ich bin geheilt. War zur Nachuntersuchung bei Dr. Iesalnieks. Alles Ok.
Gehöre zu den 80% :-)
Kaosmaker
 
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Mash am Do 22. Jul 2010, 09:52

Hallo,
möchte hier auch mal meine geschichte erzählen.

Bei mir wurde auch eine Steißbeinfistel diagnostiziert, ich selber sehe aber keine Fistelöffnung. Ein Abszess hat sich gebildet was aber kaum spürbar ist.
Nun war ich bei einem Chirugen der das ganze radikal wegschneiden wollte. Die Op wäre heute um 10:45 Uhr gewesen doch die habe ich abgesagt, nachdem ich von der pit picking Mehtode erfahren habe (durch dieses Board). Ich fahre heute nach Gelsenkirchen zu Dr.Iesalnieks und hoffe das die Methode bei mir machbar ist. Hatte einfach mal dort angerufen und er hat mich danach zurückgerufen, ich hoffe ich mache das richtige.
Ich schreibe nachher, falls möglich, wie es war und ob was gemacht wurde. Ich hoffe es klappt.

LG
Mash
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Fistel? am Do 22. Jul 2010, 14:51

Oh ja, den Thread seh ich jetzt erst, hab auch nen OP Termin -> Radikalentfernung, schreib bitte unbedingt wie es in Gelsenkirchen gelaufen ist, denn das würde sich für mich auch lohnen, und kannst du mir bitte mal die Kontaktdaten von Dr. Iesalnieks zukommen lassen?!

Danke!!
Fistel?
 
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Mash am Do 22. Jul 2010, 20:21

So,

bin wieder zuhause, liege jetzt auf der Couch und bin froh es gemacht zu haben.
Dr. Iesalnieks hatte sich meinen Fistelmist angeschaut und als perfekt für "pit picking" befunden :mrgreen: Er hat mir dann alles super erklärt was gemacht wird und ich war erstmal froh dass ich dafür infrage gekommen bin (am Telefon hatte er mir gesagt zu 90% geht das).
Nun gut 15min. gewartet und schon ging es los... erstmal Popo rasieren, damit das Pospreizerpflaster nicht so weh tut beim abziehen. Gut jetzt kam die unangenehme Spritze aber da muss man durch wenn der Rest so einfach ist (hoffe ich). Den Rest habe ich nicht gespürt und zack war alles auch schon vorbei!! Ok Verband drum und vorher wurd noch ein Streifen in die Wunde gelegt den ich morgen früh selber rausziehn soll.... mal schauen wie das wird. ansonsten abwarten, ne damenbinde nur auf die wunde legen, wegen blut und so und hoffen das es spätestens nach 4 Wochen geheilt ist..... Bei 80-85% kommt es nicht wieder.
Also Leute versucht es, vielleicht seit ihr auch perfekt für diesen Eingriff.

Ich werde falls alles gut läuft nochmal hier schreiben und dann ein Bierchen auf Dr. Iesalnieks trinken und auf die netten Damen die dabei waren ^^

LG Mash
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Fistel? am Sa 24. Jul 2010, 10:19

@Mash und wie lief es? Alles glatt gegangen bisher?

So habe jetzt mit Dr. Iesalnieks Telefoniert, meiner Beschreibung nach bin ich für Pit Picking geeignet, er kanns natürlich erst mit Sicherheit sagen wenn ers gesehen hat, habe am Donnerstag Morgen nen Termin bei ihm. Den anderen OP Termin den ich hab werd ich absagen, falls Pit Picking nicht klappt kann ichs ja auch in Gelsenkirchen machen, ist ja quasi um die Ecke :-).

Werde Donnerstag dann mal Bericht erstatten^^
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Mash am Mo 26. Jul 2010, 20:46

Hi Fistel?

bis jetzt läuft alles wunderbar, ich kann sitzen... wenn auch nicht zu lang, ich kann autofahren und merke fast nichts.
Wenn die Betäubung nach lässt oder abends im bett du etwas schmerzen hast, ist es die tamponage... also das band was dir in das kleine loch reingestopft wird. Keine panik also, du sollst es morgens beim duschen am besten rausholen.... war nicht ganz so angenehm....
Jetzt hoffe ich nur das es innerhalb von 4 wochen zusammenwächst.


schreib mal wie es war ;)

Gruß und gute Besserung
Mash
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon ppp am Mo 26. Jul 2010, 21:30

Hallo,

eure Erfahrungsberichte mit dieser Methode sind interessant. Ich habe vor kurzem auch die Diagnose bekommen, die Fisteln haben sich noch nicht entzündet. Mein Chirurg würde das Ganze rausschneiden und anschließend primär verschließen. Nachdem was ich so gelesen habe, ist das anscheinend die denkbar schlechteste Variante, wenn man kein Rezidiv will. Das will denke ich keiner. ;)

Nun eine Frage, mein Chirurg äußerte den Verdacht, dass der Fistelbereich schon relativ groß ist, stellt das ein Risiko für die Behanldungsmöglichkeit dar? Wie gesagt, entzündet ist noch nichts.
ppp
 
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