Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Fragen zur Operation einer Steißbeinfistel.

Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon foofighter211 am Mo 9. Aug 2010, 23:47

Ich glaube ich geh mal lieber auf Nummer Sicher und nehm Mutti zum heimfahren mit^^
mit Schmerzen 200km fahren ist auch nicht das beste für sich selbst und die anderen Verkehrsteilnehmer :D
ich hoff nur ich muss mein Mountainbike nicht allzu lange in Parkposition stehen lassen :|
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon danny3k am Mi 11. Aug 2010, 13:48

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Hallo Leute!

Erstmal bin ich sehr froh dieses Board hier rechtzeitig gefunden zu haben und spreche dem Ersteller meinen tiefsten Dank aus!

Vorab einige Informationen zu meinem Gespräch mit Dr. Igors Iesalnieks:
Ich habe heute zum ersten mal mit Dr. Igors Iesalnieks aus Gelsenkichrne telefoniert, nach einem Anruf im Krankenhaus wurde ich sofort mit Ihm verbunden.
Ein sehr netter Mann, der mir aus der Seele sprach und selbst nicht zu verstehen scheint wieso deutsche Chirurgen, die im weltweiten Vergleich so fortschrittlich seien, noch immer eine so großflächige Exzision (Rausschneiden der betroffenen Stelle) durchführen, zumal schon so lange zwei wesentlich schonendere Methoden bekannt sind.
Ich habe direkt einen Termin vereinbart und werde mich am 30.08. bei Dr. Igors Iesalnieks vorstellen. Er sagte das bei diesem Termin sofort operiert werden kann und ich nur wenige Tage beeinträchtigt seien würde.
Welche Methode er anwenden wird kann er natürlich erst subjektiv bei einer Untersuchung entscheiden und hängt von der Größe meiner Fistel ab. Jedoch seien in beiden Fällen nur vergleichsweise kleine Schnitte nötig und es sei kein Vergleich zur "veralteten" Schnibbelei.
Soweit so gut.
Ich werde den Verlauf der Behandlung auch als Bilder posten, wenn es soweit ist.


Nun zu meiner Vorgeschichte:
Auch ich bin seit ca 4 Jahren von einer Steißbeinfistel geplagt.
Begonnen hat alles mit einem kleinen, pickelartigen Gebilde am oberen Ende des Steißbein.
Am Anfang hat es nur gejuckt und wurde einmal im Monat Erbsengroß, verschwand aber nach wenigen Tagen wieder komplett.

In der Zwischenzeit hatte mein Vater die selben Probleme und erzähle mir,
das auch er schon Jahrelang an besagtem Steißbeinpickel leidet
und nun endlich zum Arzt gehen will, da er oft starke Schmerzen hat.

Natürlich wurde er in der Ambulanz eines örtlichen Krankenhauses sofort aufgenommen mit dem Befund
"Steißbeinfistel, muss sofort operiert weren". Am Nächsten Tag wurde er nach erfolgreicher Operation entlassen.
Als er mir am darauf folgenden Tag die Wunde zeigte bin ich fast hinten rüber gekippt.
Voller Hoffnung das es bei mir nicht den gleichen Verlauf nimmt, habe ich einfach abgewartet was mit meinem "Pickel" in der Zukunft passiert.

Es kam, wie es kommen musste. Die Intervalle zwischen beschwerdefreier Zeit und erbensgroßem, juckenden Pickel wurden immer kürzer bis die Erbse
eines Morgens auf die Größe einer Wallnuss angeschwollen und der Schmerz kaum noch zu ertragen war.
Als erstes machte ich mich auf den Weg zu meinem Hausarzt mit der Bitte, mir diese Beule aufzuschneiden, damit der Schmerz endlich nachlässt.
So lange musste ich aber garnicht warten, auf der Fahrt platze die Beule und entlud eine Flut aus Eiter und Wundflüssigkeit in meiner Hose, nicht sehr angenehm. Danach war für über ein Jahr Ruhe und ich dachte schon "das wars".

Dem war nicht so. Nach einem Jahr entstand die Beule immer schneller und ließ mir auch nicht so viel Zeit zu reagieren. Abends hat es gejuckt, morgens war die Beule Wallnussgroß und sofort offen. Mit dem Bild von der Wunde meines Vaters vor meinem inneren Auge habe ich nun zwei weitere Jahre damit gelebt. Mal mehr mal weniger von der Beule beeinträchtigt. Zeitweise habe ich 2 oder 3 Monate Ruhe bis die Beschwerden zurück kommen.

Mittlweile schwillt die Stelle garnicht mehr komplett ab. Nun ist es ein Wechsel zwischen juckender Erbse und nässender Wallnuss, so ist es jetzt seit über 2 Monaten.

Nach intensiver Recherche habe ich nun von zwei alternativen Behandlungsmetoden erfahren, zum einen die hier mehrfach gelobte Pit-Picking Methode nach Bascom, sowie eine weitere Methode (nach Karydakis) die bei größeren Fisteln/Abszessen zum Einsatz kommen kann. Durch diese Methode erfuhr ich auch erst heute nach einem Telefonat mit Dr. Igors Iesalnieks, mit dem ich in 2 Wochen einen Termin vereinbart habe. Er gab mir zu verstehen das eine Fisteln/Abszess höchst wahrscheinlich mit einer dieser beiden Methoden behandelt werden kann, ohne die "brutale" Wegschneiderei. Beide Methoden seien ähnlich schonend im Vergleich zu einer Exzision.

Dr. Igors Iesalnieks ist übrigens Prokotologe und damit m.M. nach mehr Fachmann für Fisteln/Abzesse im Analbereich als die meisten Chirurgen.

Soweit erstmal genug von mir, ich werde wieder berichten wenn ich die Prozedur hinter mir habe.

Grüße,
Danny
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon hmja am Do 12. Aug 2010, 12:19

foofighter211 hat geschrieben:Ich glaube ich geh mal lieber auf Nummer Sicher und nehm Mutti zum heimfahren mit^^
mit Schmerzen 200km fahren ist auch nicht das beste für sich selbst und die anderen Verkehrsteilnehmer :D
ich hoff nur ich muss mein Mountainbike nicht allzu lange in Parkposition stehen lassen :|

Hi,
ich bin knapp 350km selbst zurückgefahren, ging durchaus. Haltung beim Fahren ist wohl auch nicht das Allerschlechteste zur nachträglichen Abdrückung der Blutung. Statt 1m Tamponade wurde nur ein kurzes Stück befeuchtete Kompresse in die Wunde gelegt, ist eben weniger sicher bei übermäßiger Nachblutung aber am nächsten Morgen deutlich schneller draußen :). Musste nach der OP noch wie berichtet 15 Min im Wartebereich sitzen, die etwas besorgte Schwester hat dann nochmal Blutdruck gemessen + Verband angeschaut und dann grünes Licht gegeben.
Falls deine Mutter geduldiger Natur ist, wäre das wohl so nicht verkehrt. Kann aber etwas dauern, weil das in der Notfallambulanz stattfindet. Andere sind hier aber wohl auch schon wirklich sofort drangekommen.

Noch eine eigennützige Frage an die Allgemeinheit:
Meine OP war vergangenen Dienstag vor einer Woche (3.8.), die Fistelwunden haben quasi schon am ersten Tag danach nicht mehr "gesuppt", also nichts zu sehen im provisorischen Verband. Die Schnittwunde um die Sekundärfistel suppt auch schon seit ein paar Tagen nicht mehr, dunkel verkrustet und wächst wohl auch zu. Juckt ab und zu etwas, das wars. So weit, so gut.
Jedoch bin ich mir wegen der Fistelwunden nicht ganz sicher, ich erkenne im Spiegel eben noch weiterhin 3 dunkle Punkte die allerdings deutlich kleiner sind als zuvor. Ob das noch "Löcher" in der Haut sind lässt sich bei der Größe trotz Verrenkung von mir nicht feststellen :D
Es besteht auch noch eine Vertiefung im Gegensatz zum umliegenden Gewebe, also nicht selbe Höhe...
Wie sieht das denn bei den Fortgeschrittenen aus? Bin etwas unsicher.
hmja
 
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Lu83 am Do 12. Aug 2010, 13:30

Hallo hmja,

ich wurde am 21.06. bei Dr. Iesalnieks mit Pit Picking operiert, und da ich genau das gleiche Problem hatte wie du - dass ich aufgrund der genannten Umstände nicht wirklich sehen konnte, ob alles verheilt ist- war ich vor 1 Woche nochmal dort (habe nur 100 km Anreise....). Also bei mir sind die Fistelgänge verheilt. Was bei mir genauso ist, ist dass man nach wie vor sieht, wo diese mal waren, da noch kleine "Einbuchtungen" vorhanden sind.

Im Zweifelsfall würde ich nochmal abwarten, und sonst mal jemanden um Rat bitten (Hausarzt etc.)

Wenn nichts mehr suppt, dann ist das aber schon mal ein gutes Zeichen ;)

Viele Grüße und alles Gute
Lu83
 
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Fistelpatient am Fr 20. Aug 2010, 16:55

Hallo,

ich habe auch seit knapp 4 Jahren eine Fistel. Nun bin ich mir nicht sicher, ob es eine Steißbein- oder eine Analfistel ist. Könnte wohl beides sein....hab so drei kleine Löcher, relativ weit "unten". Also zwischen Steißbein und Schließmuskel.

Hätte da ein paar Fragen. Habt ihr eine Überweisung gebraucht für die ambulante OP bei Dr. Iselniaks in Gelsenkirchen? Tut die OP weh? Woran merkt mann dass es eine Steißbeinfistel und keine andere Fistel ist...?

Danke für die Antworten.
Fistelpatient
 
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Claudia am Fr 20. Aug 2010, 19:17

Hallo Fistelpatient,

also ich hatte nun schon beides, kann aber nicht genau sagen woran man was unterscheidet. Meine Analfistel sah man von außen aber gar nicht. Sie mündete oben innerhalb. Aber ich hatte von außen einen Abseß, auch zwischen Anus und Steißbein.
Meine Steißbeinfistel jetzt saß höher und der Arzt der mich operiert hatte, schloß eine Darmfistel aus. Allerdings bin ich mir so ganz sicher nicht. Die Fisteloperation war schon schmerzhaft, mir wurde sie in der Länge gespalten. Aber nach drei Wochen war alles gut. Viel schmerzhafter war meine Steißbeinfisteloperation. Diese wurde aber auch nicht nach der Pick Picking Methode gemacht.

Ich weiß nicht wozu ich Dir die Daumen drücken soll, ob Anal oder Steißbeinfistel, beides ist blöd. Ich drücke Dir einfach die Daumen, dass Du eine gute Ärztewahl triffst und Dein Problem gut verheilt.

Liebe Grüße
Claudia
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Lu83 am Fr 20. Aug 2010, 21:22

Hallo Fistelpatient,

ich hatte für Dr. Iesalnieks eine Überweisung für die Chirurgie - alternativ kannste auch die 10 € zahlen...

Meine Pit Picking-OP war überhaupt nicht schlimm (..und ich bin garantiert keine von denjenigen, die so etwas "mit links" durchsteht!)
Von der OP merkste gar nix, lediglich die Betäubungsspritze ist etwas unangenehm. Und die Schmerzen danach sind harmlos - also bei mir definitiv nicht schlimmer als vor der OP (hatte immer Schmerzen beim sitzen etc.)

Den Unterschied zu einer Analfistel kann ich dir leider auch nicht sagen. Bei mir war eine Fistelöffnung aber auch recht weit unten, aber so "per Ferndiagnose" zu definieren, was "weit unten" und "nicht weit unten" ist, wird leider schwierig.. ;)

Frag mal den Arzt, der kennt sich aus...

Ich drücke dir ebenfalls die Daumen, dass dir schnell geholfen werden kann!

Viele Grüße
Luana
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon hmja am Fr 27. Aug 2010, 14:30

Hi,

ich hätte nochmal eine Frage an die mittels der Methode "Geheilten": Bei mir ist die OP nun 3 1/2 Wochen her, es ist alles zu und nässt schon seit guten 2 Wochen überhaupt nicht mehr. Es lässt sich aber nachwievor eine Gewebeverhärtung in dem Bereich ertasten, also nicht nur im Bereich der Narbe sondern im Bereich zwischen ehemaligen Primärfisteln und dem größeren Schnitt. Wohl die ehemaligen(?) Fistelgänge. Die Verhärtung tut auch bei beständigem Druck etwas weh z.B. bei stark ungünstiger Sitzposition. Sieht das bei euch ähnlich aus? Heilt das evtl. noch weiter oder habt ihr keinerlei Probleme bzw. suspekte Beobachtungen mehr?
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Lu83 am Mi 1. Sep 2010, 07:40

Hallo hmja,

also ich bin zwar geheilt, habe aber auch 3 Monate nach Pit Picking dennoch Probleme beim sitzen, weshalb ich zur Nachkontrolle nochmal bei Dr. Iesalnieks war. Er hat sich das genau angeschaut und dann hat er auf dem Entlastungsschnitt herum gedrückt und gefragt, ob das jetzt weh tut. Das traf natürlich genau den Punkt. Er meinte, ich solle mich noch gedulden.
Ob noch etwas verhärtet ist, weiß ich bei mir nicht. Man hat bei mir in einem anderen Krankenhaus, bevor ich das Pit Picking habe machen lassen, eine Narbenverhärtung festgestellt, und zwar von der Narbe, mit der mir vor 15 Monaten ein Abszess geöffnet wurde. Aber davon hat Dr. I. nichts gesagt.
Ich werde für mich jetzt einfach erstmal noch abwarten, wie es in den nächsten Wochen wird. Muss leider sagen, dass ich zeitweise auf einem Steissbein-entlastenden Sitzkissen sitze. Ich denke aber mal, dass es, nach entsprechender Heilungszeit, verschwindet.
Sind das denn Schmerzen bei dir, oder ein komischer Druck?
Viele Grüße
Luana
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon hmja am Mi 1. Sep 2010, 17:55

Von Schmerzen kann man nicht wirklich sprechen, vorletzte Woche hat es sich doch etwas gereizter und auch geschwollener angefühlt als davor/danach mit entsprechender Druckempfindlichkeit. Das ist mittlerweile wieder abgeklungen, fühlt sich jetzt nur ab und zu nicht ganz "normal" an, wenn ich längere Zeit blöd sitze. Allerdings waren das auch etwa die Beschwerden, die ich vor der OP hatte. Der Entlastungsschnitt ist auch bei mir der empfindlichste/deutlichst spürbare Bereich. Falls die positive Entwicklung in letzter Zeit anhält, soll es mir aber recht sein. Aktuell spüre ich z.B. beim Autofahren nichts.
hmja
 
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