Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Fragen zur Operation einer Steißbeinfistel.

Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Coco am Di 17. Jan 2012, 11:36

tja, ich bin dann gestern wieder nach Hause mit nem OP-Termin, nicht so toll! Ich weis ja nicht was der Chirurg im hiesigen Krankenhaus gelernt hat aber Steißbeinfistel wars nicht sondern in die andere Richtung, Analfistel. Aber die wird Anfang Februar auch von Dr. Iesalniks gemacht und dann hoffe ich das ich fit genug bin und sofort nach Hause kann, notfalls die obligatorische Nacht dableiben. Werd nu meinen Eisenhaushalt noch bis dahin stabilisieren da der wegen der OP letzte Tage etwas gelitten hat und eh noch nicht so top war und dann sollte das alles gut klappen ;)
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Gerrit am Di 17. Jan 2012, 23:41

Guten Abend, Coco,

das tut mir leid. Es ist ja wirklich eine Schande, dass dies zunächst fehldiagnostiziert wurde, zumal die Unterscheidung von Steißbeinfistel und Analfistel nicht allzu schwer fallen sollte. Jetzt im Nachhinein, wenn ich nochmal durch deine Beiträge schaue, fällt mir auch auf, dass es nicht nach einer Steißbeinfistel klang. Denn du schriebst, dass sich der Knubbel mit Eiterausfluss direkt neben dem After befindet.

Wie dem auch sei - bei Dr. Iesalnieks bist du aber auch mit einer Analfistel in guten Händen. Er hat schon so einiges in die Richtung gemacht.

Meine über 80 jährige Großmutter wurde vor kurzem auch an einer Analfistel operiert. Bei ihr war es allerdings notfallmäßig, da der Abszess richtig groß geworden war. Sie hat es ziemlich gut überstanden und das in dem Alter.

Wünsche dir alles Gute und gute Besserung.


Viele Grüße

Gerrit
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Coco am Do 19. Jan 2012, 12:01

danke Gerrit!
Sag mal, Dr. Iesalnieks sagte das würde gespalten werden und danach könnte ich wenns mir gut ginge sofort heim, also ambulant. Wie stelle ich mir das genau vor mit dem spalten? Google wirft ja alles mögliche aus, vor allem an Erfahrungsberichten...
Ja bin echt sauer auf unseren Wald- und Wiesenchirurg, eigendlich hat er nen super Ruf aber er hat ja auch getastet usw und einen von Duftdrüsen usw geredet und dann steht auf dem OP-Blatt Steißbeinfistel und er sagt das auch noch, entweder hat er sich da voll vertan und war mit dem Kopf wer weis wo oder was auch immer... . Hab da auf jeden Fall nun den Termin abgesagt bei ihm! Nachher reißt der mir echt den halben Hintern weg für nix, immerhin hieß es 2-3 Tage Krankenhausaufenthalt!
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Gerrit am Fr 20. Jan 2012, 00:07

Guten Abend,

wie genau Dr. Iesalnieks deine Analfistel behandeln wird, kann ich dir nicht sagen. Ich denke mal, dass du bei ihm in guten Händen bist.

Also, alles Gute.

Gerrit ;)
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon SF4321 am Fr 10. Feb 2012, 08:01

So, jetzt habe ich auch einen Untersuchungstermin.

Ich habe Dr. Iesalnieks mal angeschrieben, da ich ja Diabetiker bin usw. Drei Tage später hatte ich ihn plötzlich am Telefon und er meinte, dass es doch telefonisch besser ist meine Fragen zu beantworten. Jetzt habe ich einen Termin ausgemacht und werde Mitte März die fast 400km einfach in Kauf nehmen. Hoffentlich kann man die "Pit Picking" Methode anwenden. Bis jetzt habe ich immer diese Fistel vor mir her geschoben. Auch in der Angst lange krank zu sein, durch die große Wunde große Schmerzen zu haben. Mittlerweile weiß ich auch von zwei Leuten in meinem Arbeitsumfeld, welche hier in der Nähe, in zwei unterschiedlichen Krankenhäusern, operiert wurden. Der eine meinte, die ersten vier Wochen nach der Metzgermethode waren die Hölle, dann gings.Es dauerte bei ihm sechs Wochen. Der andere bekam vom Prof. eine Zeiteinschätzung von 14 Tagen. Daraus wurden über zehn Wochen!!! Und wenn ich das alles mitbekomme, bin ich doch froh den Termin in Gelsenkirchen zu haben.

Da möchte ich an dieser Stelle einen Dank an den Forumbetreiber, alle Mitposter, usw. aussprechen. Ohne die Kommentare und Erfahrungsberichte in diesem Forum wäre ich nie auf die Idee gekommen nach anderen Möglichkeiten zu suchen. Danke.

So, jetzt weiter im Thema. Ich war die ganze Zeit etwas hin- und hergerissen, denn die Laser-OP in der Wallensteinklinik liest sich auch sehr gut, ABER hat einen gewaltigen Nachteil. Meine gesetzliche Krankenkasse wird diese OP-Methode gar nicht, oder nur teilweise bezahlen. Somit müßte ich mit einer vierstelligen Eurosumme rechnen, die ich zahlen müßte. Kann ich aber momentan nicht. Zum anderen wäre die Laser-OP für mich die letzte Option, da sie auch nach einer anderen OP noch gemacht werden kann. Somit fiel meine Entscheidung und nun warte ich, dass der Termin näher rückt.

Ich werde auch weiter berichten.

Cu, F.
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Gerrit am Sa 11. Feb 2012, 01:34

Guten Abend,

bei Dr. Ieselanieks und seinem Team bist du in guten Händen.Und auch falls die Pit Picking Methode bei dir nicht angebracht sein sollte, so kann er dich mit der Karydakis-Methode operieren. Das ist auch nicht wirklich schlimm und zieht keine offene Wundheilung nach sich. Dr. Iesalnieks verzeichnet eine Rezidivrate von gerade mal etwa einem Prozent. Durch die Abflachung der rima ani wird nämlich das Risiko der Entstehung einer erneuten Steissbeinfistel deutlich gesenkt. Das ist bei der Laser-OP nicht so.

Alles Gute.


mfg Gerrit ;)
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon SF4321 am Sa 11. Feb 2012, 07:47

Danke für die hoffnungsvolle Antwort. Jetzt heißt es für mich erst einmal warten und bangen, weil man natürlich selber nicht einschätzen kann nach welcher OP-Methode behandelt wird. Außerdem habe ich diese Fistel jetzt ca. 2 1/2 Jahre und weiß, dass dadurch die Chance auf "Pit Picking" geringer ist. Jetzt habe ich es so lange ausgehalten, da kommt es auf die vier Wochen nicht mehr an, von der Zeit her gesehen. Ein Trost für mich ist noch, wenn ich mich damals gleich hätte operieren lassen, wäre es wahrscheinlich die "Metzgermethode" gewesen, da ich dann in ein örtliches Krankenhaus gekommen wäre. Da bin ich doch froh auf dieses Forum gestoßen zu sein.

Ich melde mich wieder.

Cu, F.

P.S. Wie viele Fisteln werden eigentlich in Gelsenkirchen operiert? Man hat keine Ahnung wieviele Leute an so einer Fistel erkranken, denn es ist doch irgendwie ein Tabuthema. Das merke ich in meinem Umfeld auch. Die nette Frau vom Sekretariat erzählte mir, dass sogar Patienten aus Österreich schon behandelt wurden. Da sind meine fast 400km einfach nicht das weiteste. Ich nehme diese Strecke natürlich gerne in Kauf.
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Gerrit am Sa 11. Feb 2012, 15:09

Hallo,

zunächst noch ein Nachtrag zu meinem vorherigen Posting: Die Rezidivrate von gerade mal etwa einem Prozent bezieht sich auf die Operation nach Karydakis.

Wenn ich mich recht besinne, wurden allein im letzten Jahr über 300 Patientinnen und Patienten in Gelsenkirchen an einer Steissbeinfistel behandelt.

Alles Gute,

Gerrit ;)
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon jokipii am Di 14. Feb 2012, 17:01

Dann werde ich meine Erfahrungen hier auch eben kundtun:

Die Betäubungsspritze ist wirklich überhaupt kein Problem. Mich hat nur das Volumen der Spritze ein bisschen gewundert; im Stillen dachte ich mir aber, dass er wohl nicht alles nehmen würde. Denkste! Er hat sogar noch mal aufgezogen :-). Dann machte er Tests, um zu überprüfen, ob alles taub ist. Ich glaube, ohne Betäubung hätte das ziemlich weh getan, denn immerhin ist Druck und Zug auf's Gewebe noch (sehr gut) fühlbar. Anschließend ging die eigentliche OP schon los, natürlich vollkommen schmerzfrei. Das Picken selbst ist aber sehr gut merkbar, denn er schneidet die Löcher aus und zieht dann daran - keine Angst, das ist nicht mit Schmerz verbunden oder sonst unangenehm.
Nach gefühlten zwei Minuten war der Spaß vorbei, es folgte aber noch der Seitenschnitt, der bei mir wohl nicht unbedingt hätte sein müssen, da die seitliche Ausdehnung der Fistel relativ klein ist. Na ja, kostet aber ja nichts, also rein mit dem Schnitt :-) Der Kreislauf hat bei mir mitgespielt, alles war in Ordnung. Ab in den Wartesaal, 15 Minuten auf's Steiß setzen; irgendwie hab ich mich da etwas unsicher gefühlt, aber es klappte wirklich erschreckend gut. Schmerzen = null. Ich wollte eigentlich noch mal darauf schauen lassen, fühlte mich dann aber doch ziemlich sicher und machte mich auf die (Heim)Reise nach Berlin. Die Fahrt war überhaupt kein Problem (knapp 5 Stunden), die Betäubung ließ zwar nach, aber ich hatte direkt nach der OP noch einen "Schnaps" (die Schwester dachte, ich wolle wirklich einen Schnaps haben; ich wollte nur Novalgin :D) und damit auf der gesamten Fahrt keine Schmerzen.

Die Nacht verlief komplikationslos, am Morgen entfernte ich den Verband. Die unteren Schichten waren mit Blut getränkt, der Rest war trocken. Schmerzen sind beim Bewegen und beim erstmaligen Belasten natürlich vorhanden, aber sonst kann ich wirklich alles machen. Jetzt warte ich mal ab. Meine Fistel war ziemlich ruhig, die letzte Entzündung hatte ich im Dezember 2010 (kleines Erbschen), insofern. Übrigens hatte ich 7 Ausgänge: In diesen Zusammenhang möchte ich noch erwähnen, dass Herr Iesalnieks noch mal deutlich gemacht hat, dass die Anzahl der Ausgänge keine Rolle spielt.

j
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Re: Die Pit-Picking-Methode nach Bascom

Beitragvon Veikko am Di 28. Feb 2012, 16:26

Hallo Jokipii. Kann dir da nur zustimmen. Ich hatte 8 Öffnungen. Und es war überhaupt kein Problem.
Was ich noch hinzufügen will ist, dass wohl auch das alter der Fistel nicht so ausschlaggebend ist. Denn wie in meinen Vorberichten beschrieben, war meine Fistel gewiss 3 Jahre (bekannt). Aber eher länger vorhanden.


So nun nochmal ein Bericht von mir:

Da die OP nun schon 7 Wochen zurückliegt, war ich letzte Woche zur Nachkontrolle nochmal in Gelsenkirchen. Hier wurde mir gesagt, dass alles super verheilt ist. Mit diesem Wissen werd ich nun hoffentlich komplett Abschied nehmen von dieser Krankheit.^^
Im nachhinein kann ich nur nochmal sagen, ich hatte zu keinem Zeitpunkt schmerzen und ich musste nich eine Schmerztablette nehmen. Alle waren super Nett und ich würde immer wieder die KM an Fahrt auf mich nehmen. Gerade, da ich z.Z. bei einem Bekannten sehe, wie es Endet, wenn ich es hier im Örtlichen Krankenhaus machen lasse. :D .
Ich hatte die ersten 1 1/2 Wochen eine Damenbinde in die Unterhose gelegt, dass nichts schmutzig wird und war einmal täglich duschen, wobei ich auch die duschbrause mal über die Wunde gehalten habe (auch keinerlei Schmerz).
Nach 2 Wochen hatte ich eigtl schon fast vergessen, dass ich da überhaupt was hab machen lassen!

In diesem Sinne.
Viel Glück allen, die es noch vor sich haben und lasst es auch nach dieser Methode machen!
Veikko
 
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