Meine OP ist jetzt 1,5 Wochen her, also eigendlich noch recht frisch.
Keine Sorge, so schlimm ist die ganze Sache nicht, es gibt da reichlich Schlimmeres, zB eine Operation am Auge, wie es einem Bekannten wiederfahren ist. Da muss man bei der Operation sogar noch zugucken, man kann ja nicht einfach die Augen zu machen.
Ich lasse den Teil der Opeartion einfach mal weg und fange beim nächsten Tag an:
Davor noch kurz die erste Nacht:
Man malt sich das Schlafen schlimmer aus, als es ist. Auf der Seite liegen geht problemlos und Seiten wechseln auch, eben nur nicht über den Rücken rollen sonder in die andere Richtung, über den Bauch.
Tip zum Aufstehen: Liegestützartig nach oben "pushen" und dann einfach seitwärts aus dem Bett, nach einer Weile kann man auch wieder ganz normal aus dem Bett, sogar auf die Bettkante kann ich mich locker setzen ohne weiter darüber nachzudenken. dann schlucke ich zum Morgen eine Paracetamol und frühstücke ganz gemütlich. Um 11:30 "gehe" (auch das wird mit der Zeit wieder ganz leicht fallen, bei mir geht das momentan echt super, habe nur ca 4 Tage Probleme mit dem Gehen gehabt, also langsam gegangen und etwas verspannt) ich dann zum Hausarzt und der wechselt dann die Gaze aus. Davor spült er die Wunde kurz mit H2O2 aus. Neue Gaze rein und eine Kompresse draufgelegt und festgeklebt, damit sie beim Gehen nicht verrutscht. Keine Angst, von der Behandlung merkt man überhaupt nichts, ehrlich, ich habe noch nicht einmal das Ausspülen gemerkt, NICHTS! Nur ein kleines "Zupfen", wenn er die alte Gaze rausnimmt, aber, und da bin ich mal ganz ehrlich, mit der Zeit werden die Arztbesuche ganz entspannt, mittlerweile gehe ich gerne zum Arzt und lasse das auswechseln. Ich weise an dieser Stelle nochmal darauf hin, dass die OP erst 1,5 Wochen her ist, ihr seht also, wie schnell das geht und man sich an die ganze "Tortur" gewöhnt.
Sitzen geht mittlerweile ganz normal, auch vor dem PC kann ich problemlos sitzen ohne schmerzen zu haben, was noch nciht so gut funktioniert ist, sich auf dem Fernsehsessel entspannt zurücklehnen, aber normal sitzen kann man problemlos.
Worüber ich mir auch Sorgen gemacht habe, ist das aus Toilette-Gehen. Da sollte man sich im klaren sein, dass ÜBER dem After operiert wird, und nicht am oder im After selbst, also braucht man davor keine Angst zu haben. Die ersten Tage blutet es noch etwas nach, aber wer guckt da schon hin? Ansonsten ist der Stuhlgang wie gewohnt, tut auch ncih weh oder Ähnliches. Ganz normal. Keine Sorge.
Wo man aufpassen solle, laut Arzt ist beim Duschen, und zwar darf kein Shampoo in die Wunde, aber die kann man für einen kurzen Zeitraum ja abdecken.
Ich habe die ersten Tage auch die Wunde abgespült, allerdings nur 1x mal pro Tag, kurz vor dem Arztbesuch, und dann auch nru mit schwachem Strahl im stehen, das klappte ganz gut und man MERKT ES NICHT! Jetzt sagt mein Arzt, es reiche aus, wenn er die Wunde mit H2O2 auspült und neu verbindet, also kann ich mir die Wunddusche sparen, eines der Sachen, wovor ich mich am meißten gegrausst habe. Prima!
Mein Arzt sagt übringens, meine Wunde sähe super aus und heilt sehr gut und schnell, also habe ich bisher wohl alles richtig gemacht!
Ja was gibts noch zu sagen? Mir sind pro Tag 19(!!!) Schmerztabletten erlaubt, wobei ich nur 3 nehme:
1 Paracetamol morgens, damit ich auch sicher beim Arzt betäubt bin.
1 Paracetamol Nachmittags, so gegen 16:00 wenn die erste nachlässt
1 Codein Abends, zum Schlafen.
Noch ein pahr Tips, um den Alltag gut zu überstehen:
- lest Bücher, Lesen ist immer gut, ausserdem lenkt es ab.
- setzt auch, wenn es zu dolle wehtut oder die Tamponade (Gaze) drückt auf eine Pohälfte, gerade beim Tv schauen echt holfreich und gar nicht so ungequem, wenn man sich mit dem Arm auf der Sessellehne abstützt.
- Schaut euch die Wunde nicht an (den Tip gab mir der Chirurg persönlich), damit ihr euch nicht unnötig grauselt.
- Sitzt nicht zu viel, dadurch verrutscht nur die Kompresse
- Kauft euch große Binden und schneidet sie so zurecht, wie ihr meint, dass es euch passt und legt sie über die Kompresse, Boxershorts halten die Binde gut am Platz und auch bei Nacht verrutscht sie kaum, das Sitzen wird dadurch superangenehm, weil man auf einem kleinen Kissen sitzt.
- Ladet Freunde ein, damit ihr nicht so alleine seit, das hilft.
- Ich habe mir eine XBox gekauft und spiele tagsüber geregelt ein wenig, auch recht spassig.
- Ruft oder lasst euch den Pflegedienst in der ersten Woche verschreiben, damit der bei Bedarf die Kompresse oder/und die gaze entfernt, um die Wunde auszuduschen.
- Am Wochenende gibt es immer Ärzt, die Notdienst haben, einfach mal in die Zeitung schauen oder den Hausarzt fragen, man muss also nciht am Wochenende in Krankenhaus fahren oder alles alleine machen, was ich mir persönlich auch nicht so richtig zutraue.
Und nach einer Woche geht es euch auch wieder gut, klar die Wunde ist noch nicht zu und die Ärzte sagen, das dauer noch bis Weihnachten (4 Wochen) aber MIR geht es gut, ehrlich, ich fühle mich eigendlich super wohl. Ich bin superfroh, dass ich nicht stationär betreut werde, im Krankenhaus kann man ja nichts machen, zuhause schon, und so übel ist das gar nicht. Den Ganz zum Hausarzt schaffe ich locker.
Ich hoffe, ich habe euch die meißten Schrecken nehmen können, wenn ihr sonstige Fragen habt, meldet euch doch einfach per Privat Message (ich schreibe meine Mailadd. ungerne in öffentliche Foren)
Und gute Besserung, das heilt von Tag zu Tag mehr zu.
Viele Grüße
Nor
