Bericht und Frage zur Nachbehandlung

Heilung und Wundversorgung einer Steißbeinfistel.

Bericht und Frage zur Nachbehandlung

Beitragvon Tom Garibaldi am Mi 8. Feb 2012, 01:12

Hi zusammen!

Meine OP war am 30.1., also vor 9 Tagen.

Das Loch is' nich allzu groß - maximal 3cm im Durchmesser. Außerdem habe ich wohl Glück, dass es relativ weit oben sitzt - zumindest mit dem Stuhlgang gibt es nich wirklich Probleme.

Leider hab' ich ziemliche Schmerzen - und das recht permanent - trotz Schmerzmitteln :-(

Tatsächlich bin ich in der Lebensführung auch ziemlich eingeschränkt... Schlafen geht nur auf der Seite - Autofahren nur, wenn es unbedingt sein muss (wegen der Schmerzen) - Sitzen ist auch immer unangenehm und selten schmerzfrei...

Etwas komisch die Sache mit der Nachbehandlung:
Das Team in der Koloproktologie des Krankenhauses hat mir nur ein Papier-Tütchen in die Hand gedrückt - mit unsterilen Flies-Kompressen (7,5x7,5 cm), Vorlagen und Netzhöschen, sowie 2 Tübchen Panthenol-Salbe.

Kommentar: Ca. 3-4x täglich ausduschen, Panthenol-Salbe mittig auf die Kompresse und Kompresse mit dem Finger "einführen" (die Ränder der Kompresse dürfen noch raus gucken) - dann eine zweite Kompresse zur Rolle machen und (quasi zur Fixierung in der Wunde) auch rein schieben - Vorlage davor - Netzhose hoch - fertig!

Keine Sitzbäder, auch nix zur Wundspülung. Da ich "Krankenschwester" (genauer: Krankenpfleger) bin, kommt mir das schon arg spanisch vor... Jeder Dekubitus 4. Grades (vom Wundbild etwa vergleichbar) wird grundsätzlich ganz und gar anders behandelt...

Die Wundsekretion ist übrigens aktuell (nach 9 Tagen) noch etwa genauso stark wie zu Beginn.

Was jetzt (zu den Schmerzen) negativ dazu kommt: Es blutet seit 2 Tagen gelegentlich am Wundrand... das passiert - trotz aller Vorsicht - mitunter beim Kompressen-Wechsel - trotz vorherigem Anfeuchten - und obwohl die Kompresse mit reichlich Panthenol-Salbe versehen war...

Der Hausarzt meinte wörtlich ich sei "überempfindlich" und das sei vollkommen normal. Langsam komm' ich schon ein wenig ins Grübeln...

Ich hab' mir übrigens selbst Octenisept (wässriges, farbloses Wund- und Schleimhaut-Antiseptikum; desinfiziert, kühlt und brennt nicht) besorgt. Nach dem Entnehmen der alten Kompresse nässe ich eine Kompresse sehr ordentlich mit Octenisept und führe diese dann vorsichtig in die Wunde ein - so, dass das Wundinnere mit Octenisept benetzt ist. Anschließend lasse ich es kurz abtrocknen - dann versorge ich die Wunde wie oben beschrieben.

So - so viel zu meiner Lage. Ich hoffe, das mit den Schmerzen lässt bald nach.

Ich freu' mich auf - wie auch immer geartete - Kommentare!

Beste Grüße -

Thomas
Tom Garibaldi
 
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Re: Bericht und Frage zur Nachbehandlung

Beitragvon ikbinz am Do 9. Feb 2012, 22:11

Hi,

mit 9 Tagen hast du noch einige Wochen vor dir. ;-)
In den ersten 2 Wochen hatte ich auch Schmerzen, man gewöhnt sich aber dran, auf dem Rücken liegen & Fernsehen gucken funktionierte wieder einwandfrei nach einer Weile. ;-)
Die ersten 4 Wochen konnte ich aber auch mit Krankenschein zu Hause bleiben, da 9 Stunden sitzen nicht drin waren.

Meine Wunde wird jetzt auch seit 3 Monaten mit Octenisept behandelt, doch sie wächst nur sehr langsam zu. Eine Woche lang hat die Pflegehilfe nur NaCl anstatt Octenisept benutzt da sie meinte, die langsame Heilung könne an dem Octenisept liegen. Naja, ob's das war, weiss auch ich nicht, denn mittlerweile benutzen sie abwechselnd eine NaCl Lösung oder Octenisept.

Gute Besserung.
ikbinz
 
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Re: Bericht und Frage zur Nachbehandlung

Beitragvon Tom Garibaldi am Fr 10. Feb 2012, 10:54

Dankesehr !!

Mein Hausarzt will mich nur sehr selten sehen (1x die Woche). Letzte Woche hat er die Wunde sogar nur kurz im Stehen inspiziert.

Die Nachbehandlung mache ich übrigens komplett (ganz und gar) alleine. Da schaut (außer halt 1x die woche der Hausarzt) keiner mit drauf.

Ein paar Tage lang hatte ich verstärktes Nachbluten von den Wundrändern - das scheint jetzt deutlich nachzulassen. Dafür sind insbesondere die Wundränder jetzt sehr schmerzempfindlich (viel stärker als zu Beginn). Rein vom Augenschein her lässt sich aber nix Auffälliges feststellen...

Was mich im Moment am Allermeisten umtreibt:
Ich wache morgens in körperlicher Schonhaltung auf - oft auf dem Bauch liegend (das ist für mich unter normalen Umständen ganz und gar unnormal - bin ein Rückenschläfer). Trotzdem sind die Schmerzen gleich morgens beim Wach werden am Schlimmsten. Das lässt sich dann auch erst mit Novalgin-Tropfen in den Griff bekommen.

Auf dem Rücken liegen is' übrigens noch immer nich drin - die Schmerzempfindlichkeit rund um die Wunde ist hoch. Gestern hatte ich etwas zu salopp die Laptop-Tasche umgeschwungen, so dass sie mir auf den unteren Rücken / Steißregion schlug - das Ergebnis war ein äußerst schmerzverzerrtes Gesicht ^^

So denn - bin gleich mal auf dem Sprung zum Hausarzt - es ist die zweite Woche um...

Beste Grüße -

Thomas
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Re: Bericht und Frage zur Nachbehandlung

Beitragvon summer am Do 1. Mär 2012, 00:29

Hallo :]

Also die ersten Wochen hatte ich auch noch höllische schmerzen obwohl es bei mir auch sehr weit oben sitzt. Auto fahren war die Hölle, ich hab die anfangszeit nur auf der Seite gesessen (will gar nicht wissen, wie das ausgesehen hat :D). Wahrscheinlich weil man im Auto so tief sitzt. Auf einem richtigen Stuhl hatte ich keine Probleme. Die ersten tage nach der Op war das liegen sehr lästig, da ich nur auf einer seite liegen konnte. Nun sind schon 3 Wochen vergangen und ich hab kaum Probleme mehr.
Was mich sehr erstaunt hat, ist das man mit der Wundbehnadlung doch sehr "allein" gelassen wird. Die ersten 2 Wochen nach der Op, bin ich zum säubern und Verbandswechsel noch in die Ambulante Station des Krankenhauses gegangen. Hab es für besser empfunden weiterhin dahin zu gehen als zum Hausarzt. Die Wunde ist gut verheilt und man konnte die Abstände, des nächsten ambulanten Verbandswechsels schon vergrößern. Nach 2 Wochen wurde mir dann gesagt, dass ich nun zum Hausarzt gehen müsste oder zum Chirugen. Ich hab mich dann für den Chirurgen entschieden. Der will mich allerdings auch nur 1 x die Woche sehen. Jetzt muss ich das selber zuhause machen. Mir wurden die nötigen sachen dazu verschrieben. Ich kam mit einer vollen Tüte und 15€ leichter aus der Apotheke raus...
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Re: Bericht und Frage zur Nachbehandlung

Beitragvon Feyaz am Mi 7. Mär 2012, 23:51

Guten Abend zusammen=)

also ersteinmal finde ich das sehr schön, dass ich auf dieses Forum gestoßen bin, da es mir direkt einige meiner Fragen beantworten kann=)

Ich wurde gestern erst frisch operiert, da es quasi schon fast zu spät war als ich beim Chirurgen aufgetaucht bin.
Er hat noch bevor er sich das angeguckt hat, gemeint, dass es nichts schlimmes ist und ich mich bestimmt nur irren würde und was kam bei raus?...OP^^

naja nach langer Wartezeit gings dann ab zum Narkosedoktor, der mich dann über alles aufgeklärt hat. Nach kleiner Diskussion dadrüber ob ich mich lieber in die Vollnarkose setzen lassen will, oder eher ne Nadel in den Rücken bekommen möchte, habe ich mich dann für die Vollnarkose entschieden. Es wurde bei mir wirklich sehr großflächig ausgeschnitten. Ich hatte nach der Op keine Schmerzen und fühlte mich fit wie ein Turnschuh was mich dazu veranlasst hat das Krankenhaus auf eigener Verantwortung zu verlassen. Vorher wurden noch die Kompressen frisch gemacht und dann gings ab nach hause. Das Gehen ist irgendwie ungewöhnlich und ich spühre leichten druck und hab auch das Gefühl als wäre mein Knochen gebrochen...Total ungewöhnliches Gefühl :?

Meine Fragen währen also:

1. Ist es nicht gefährlich es mit einfachem Wasser auszuspülen?...Da das Wasser ja auch mit Keimen belastet sein könnte

2. Darf ich überhaupt sitzen und auf dem Rücken liegen?

3. Wie lange sollte ich mich krankschreiben lassen (arbeiten in einem Hotel/Restaurant)

4. Ich habe nächsten Monat Zwischenprüfung, was kann ich da machen?

5. Bekomme ich beim ersten Hausarztbesuch Salben/Cremes verschrieben?

6. Was machen wenn ich niemanden habe der mir die Tamponagen wechselt?

7. Muss man beim wechseln bestimmte Aspekte beachten?

8. Kann ich mit kleineren Spaziergängen oder leichten Belastungen der Wunde beim Heilen helfen oder ist jegliche Belastung schädlich? (Hab nämlich nicht unbedingt Bock die ganze Zeit im Bett zu liegen da es ja auf dauer ziemlich langweilig wird)

Vielen Dank Im Vorraus!=)
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Re: Bericht und Frage zur Nachbehandlung

Beitragvon dermensch am Mo 12. Mär 2012, 20:07

wow das ihr euch das alle so alleine zutraut die wunde selbst zu versorgen :D. also ich gehe in der woche zum hausarzt zum verband wechseln und am wochenende ins kh. ich will mir einfach sicher sein das wenn da mal was schief läuft auch sofort behandelt werden kann. als laie kann man das wohl sehr schlecht.
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Re: Bericht und Frage zur Nachbehandlung

Beitragvon living-reef am Sa 17. Mär 2012, 12:02

@Feyaz
Ich beantworte einfach mal deine Fragen nach meiner Erfahrung:

1. Ist es nicht gefährlich es mit einfachem Wasser auszuspülen?...Da das Wasser ja auch mit Keimen belastet sein könnte
Mit den Keimen kommt die Wunde schon klar. Du solltest nicht auf das ausspülen verzichten. Vor dem neuen Verband am besten nochmal mit Octenisept desinfizieren und dann eine Wundsalbe drauf.

2. Darf ich überhaupt sitzen und auf dem Rücken liegen?
Mir wurde immer gesagt ich kann machen was ich will. Die Wunde wird sich schon melden wenn ich was falsch mache. Also, wenn Sitzen und Liegen wehtut oder zu viel drückt, besser sein lassen. Bei mir war besonders das längere Sitzen am Anfang im Prinzip gar nicht möglich. Dann sollte man es auch nicht tun, und die Wunde schonen. Aber wahnsinnig viel falsch machen kannst du nicht, wenn du auf die Signale deines Körpers hörst.

3. Wie lange sollte ich mich krankschreiben lassen (arbeiten in einem Hotel/Restaurant)
Das ist von weitem aus schwer zu sagen. Spontan würde ich sagen 4 Wochen. Danach wird es auch noch nicht perfekt sein, aber arbeiten kannst du evtl. schon.

4. Ich habe nächsten Monat Zwischenprüfung, was kann ich da machen?
Hoffen das du keine Beschwerden mehr hast. Ansonsten kann man da nicht viel machen. Probier's durchzuziehen!

5. Bekomme ich beim ersten Hausarztbesuch Salben/Cremes verschrieben?
Ich hab die erste Ladung Creme und Verbandsmaterial vom Krankenhaus mitbekommen. Frag deinen Arzt einfach mal. Zumindest soll er dir genau aufschreiben was du aus der Apotheke holen sollst.

6. Was machen wenn ich niemanden habe der mir die Tamponagen wechselt?
Ich kann nur empfehlen einen ambulanten Pflegedienst zu beauftragen! Das übernimmt die Krankenkasse, die kommen dann jeden Tag, haben Erfahrung mit Wundbehandlung, und es ist viel gemütlich als zum Arzt laufen zu müssen.

7. Muss man beim wechseln bestimmte Aspekte beachten?
Da gibt es so viele Erfahrungen. Guck dich am besten mal im Forum um. Spontan: Hygiene! (und wie gesagt: Pflegedienst!)

8. Kann ich mit kleineren Spaziergängen oder leichten Belastungen der Wunde beim Heilen helfen oder ist jegliche Belastung schädlich? (Hab nämlich nicht unbedingt Bock die ganze Zeit im Bett zu liegen da es ja auf dauer ziemlich langweilig wird)
Geh ruhig spazieren. Das schadet erstmal nicht unbedingt. Und wie schon erwähnt: hör auf deinen Körper!

Aber nochmal generell: die Wunden und vor allem die Wundheilung ist schon ziemlich individuell, das sieht man ja auch an den vielen verschiedenen Einträgen hier im Forum. Ich hatte auch eine OP mit offener Wundheilung und es ist alles wunderbar gelaufen. Nach 2-3 Monaten war alles zu. Ich hatte nie große Beschwerden. Und nach Rezidiv sieht's bisher auch nicht aus!
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