Stimmungsschwankungen...

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Stimmungsschwankungen...

Beitragvon Nicole am Fr 18. Jun 2010, 16:45

Hallo ihr Lieben,

hoffe es geht allen den Umständen entsprechen!

Ich schreib heute mal über ein Thema das weniger mit der physischen Seite sonder eher mit der psychischen Seite der Steißbeinfistel zu tun hat.
Es ist jetzt 11 Tage her das mein Freund Operiert wurde und meiner meinung nach verheilt die wunde ganz gut. Die wundränder und das innere
sah am ersten Tag nach der Operation ziemlich zerklüftet aus und hat sich jetzt schon langsam gestrafft und wirkt aufjedenfall nicht mehr so "zerfleddert".

Auch sonst macht mein Schatz einen ziemlich gutes Eindurck, die Schmerzen kommen vorallem zur Nacht, die Wunde nässt/blutet nach wie vor! Und riecht teilweise sehr salzig (mein freund meinte mal wie Chips/knabberzeug). Momentan muss er alle ein bis zwei Tage ins Krankenhaus wo aber nur ein Verbandswechsel vorgenommen wird.
Ist es eigentlich so richtig das, der Verband nur einmal am Tag, bzw manchmal nur alle zwei Tage gewechselt wird? War das bei euch auch so oder öfter?
Heute hat der Arzt dann gemeint die Wunde wäre voller "schmodder" (wortwörtlich) und er möge doch mal bitte anfangen vor dem Verbandswechsel die Wunde einmal aus zu duschen! (Hab ich hier im Forum ja schon gelesen, vom Arzt verordnet wurde es heute aber zum ersten mal!!!)

Was ich momentan eher anstrengend finde ist das mein Liebster wieder ziemlich melancholisch wird... er leidet teilweise unter extremen Stimmungsschwankungen! Ich bin mir ja bewust das er ein riesen Loch am Rücken/Steiß hat dennoch ist es irgendwie schwierig... Sind bei euch auch solche schwankungen aufgetreten und wenn ja wie seid ihr und eure Familienmitglieder damit umgegangen?

Es gibt allerdings noch eine andere Sache die mich bedrückt... am 26.06.2010 feiere ich meinen Abiball... allerdings in Hamburg... meint ihr 19 Tage nach der Operation ist mein Freund reise fähig? Er traut sich nicht so recht den Arzt zu fragen... Was meint ihr?


LG Nicole
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Re: Stimmungsschwankungen...

Beitragvon Jorya am Sa 19. Jun 2010, 10:13

Hallo Nicole,

Meine OP ist jetzt 14 Tage her.

Ich habe auch manchmal Phasen, wo ich mir wünsche ich hätte es nicht machen lassen. Weil mir dann bewusst wird, wie eingeschränkt ich durch diese Op bin. Und wenn es wehtut ist es besonders schlimm.

Inzwischen gehe ich recht locker damit um, ich weiß inzwischen, was ich machen darf und was nicht. Also ich kann dir nciht sagen ob die Schwankungen normal sind. Denn ich habe zustätzlich eine Angststörung. Wenn ich so eine Phase habe, sagt meine Familie, da musst du jetzt durch und wenn du es nicht gemacht hättest wäre es noch viel schlimmer, oder sie hören einfach nur zu.

Mir wurde in der Klinik gesagt, dass ich die Wunde am Anfang dreimal täglich ausduschen soll und dann auch die Tamponade wechseln. Inzwischen reicht laut meiner Ärztin, 2x. Aber ich mache es nach Gefühl. Den auch meine Wundhöhle läuft mit Schnoder voll, was ich voll bah finde. Da ich sehr emfindlich an meinem Wundrändern bin, kann ich die Wunde nicht im üblichen Sinne verbinden. Ich habe also nur eine Tamponade drin und Trage sonst eine Schicke Netz-Unterhose und so Lange-Vorlage-Binden.

mit dem Abi-Ball, weiß ich nicht so genau. Es kommt darauf an wie dein Freund sich fühlt. Es kann, muss aber nicht gutgehen. Ich gehe seid dem 5. Tag nach der OP wieder arbeiten. Allerdings stehe ich überwiegend. Ich bin Trainerin im Kleinerkinder-Kitaturnen und merkte dass es eig. noch nciht so gut geht. Zwischendruch muss ich mich irgendwie setzen/legen damit die Spannung von der Wunder genommen wird.

Dein Freund muss selbst entscheiden ob es geht. Die Aussage meienr Ärzte war, wenn ich meine es geht, soll ich arbeiten, ich kenne meinen Körper am besten.

Sag mal deinem Freund, dass er froh sein kann dich zu haben. Ich z.b. muss mir selbst die Wunde reinigen und eine neue Tamonade einlegen. . Am Anfang traute ich mich gar nicht die Wunde zu berühren, habe mich geekelt. Inzwishcen geht es, aber nur mit Handschuhen.

LG

Annika
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Re: Stimmungsschwankungen...

Beitragvon Wurstbrot86 am Di 22. Jun 2010, 13:43

Ich denke, ich kann als Mann ganz gut für deinen Freund mitsprechen. Ich halte das mit den Stimmungsschwankungen für ziemlich normal. Natürlich reagiert da jeder anders, trotzdem halte ich es für normal.

Bei mir ist es auch schwankend. Manchmal macht es mir garnichts aus, manchmal verzweifel ich schier und würd mir mir am liebsten den ganzen Arsch abhacken. Vor allem, wenn es noch sehr schmerzhaft ist oder man einfach so ungewiss ist (geht die Wunde wirklich zu? Beraten mich die Ärzte richtig?), kann es sehr auf die Laune drücken. Ich bin grundsätzlich friedfertig, habe mich das letzte mal vor zig Jahren im Pausenhof gerauft, aber als mich neulich in der Schule (zweiter Bildungsweg) einer angerülpst (absichtlich) hat, habe ich dem einfach eine Backpfeife gegeben, was mir sonst auch nicht passiert. Man ist also schon leichter reizbar. Und wenn einen was nervt, regt man sich halt noch mehr auf als sonst. Am schlimmsten waren die Tage 4-8 bei mir. Ab Tag 14 war es ganz ok wieder.

Ich lasse meine Wunde einmal täglich verbinden (inkl. Tamponadewechsel). Ausspülen tu ich sie alle paar Tage. Ich denke, es gibt da keine klare Regel, ist wohl in erster Linie eine Hygienefrage. Viele Ärzte verbinden jeden zweiten Tag, dann ist jedoch der Verband deutlich mehr vollgeschleimt und es muss mehr Tamponade rein, was wieder mehr wehtut. Wenn man es mehrmals täglich macht, ist es wohl am hygienischsten. Ich sehe jedoch 2. Nachteile. 1. Ständig verbinden und dort rummachen, belastet wiederum a) die Nerven (-> höhere Stimmungsschwankungen, man fühlt sich so abhängig) und b) die Haut um die Wunde rum und die Wunde selbst. Nen Tag nicht an der Wunde rummachen tut auch gut. Und 2. Wenn die Wunde nicht extrem eitert, ist die innere Tamponade auch nicht verschleimt, wenn man es 3 x täglich wechselt -> mehr Schmerzen beim Entfernen. Ich denke, das können Frauen wieder gut nachvollziehen. Alles was trocken ist tut beim Ein- und Ausführen eher weh, als was glitschiges. Ich weiß es nicht, aber ich denke ein OB lässt sich währende der Blutung leichter rausnehmen und einführen, als wenn man es so mal aus Spaß macht, oder? Ist ne Vermutung.

Zu den Aktivitäten: Sport mit schnellen Bewegungen, sprich Laufen, Springen, Kampfsport, würde ich nicht empfehlen. Ich war vor 3 Jahren mit meinem Loch im Fitnessstudio. Es wurde a) wieder leicht größer und b) je mehr man schwitzt und je mehr Leute in der nähe sind, desto mehr Bakterien kommen rein (auch durch sterile Verbände). So Sachen wie Abiball oder arbeiten im Stehen ist wieder was anderes. Das muss wirklich derjenige selbst entscheiden wie er sich fühlt, das sagen auch die Ärzte wenn man sie fragt. Wenn man eine Krankschreibung will, bekommt man eine und wenn man arbeiten will, sagt der Arzt auch ok.

Ich darf dazu sagen, mein Abiball ist erfreulicherweiße am 25.6. also Freitag. Donnerstag ist die Mündliche. Ich werde auf jeden Fall auf den Ball gehen und eine Stunde vorher verbinden lassen. Ich nehme aber sicherheitshalber Verbandszeugs mit, für den Fall das es durchbricht, muss man sich halt ein stilles Örtchen suchen. Meine OP war jetzt vor 27 Tagen.

Ich würde an deiner Stelle (wenn ich eine Frau wäre) deinem Freund nicht sagen, dass er froh sein kann dich zu haben. Ich persönlich würde das sehr unangenehm finden, das zu hören. Egal, ob von meiner Freundin oder von meiner Mutter. Glaub mir, es gefällt ihm mit Sicherheit nicht, dass er sich ständig mit offenem Arsch hinlegen muss und hilflos (so fühlt man sich wirklich) dranliegt wie ne Schildkröte. Es macht echt keinen Spaß so abhängig zu sein. Und wenn ich sowas hören würde, wäre meine erste Reaktion eher zickig und ich würde sagen, wenn dus nicht gern für mich machst, dann lass es, dann geh ich wieder zum Arzt oder zu meiner Mutter. Man sollte es jemandem nicht vorhalten, wenn man ihm hilft, sondern es gerne tun (auch wenn es stinkt). Ich möchte mich auch nicht dafür bedanken, es ist schon unangenehm genug und bin immer froh wenn es rum ist. Ich sehe es schließlich auch als selbstverständlich meiner Freundin zu helfen. Wenn sie Probleme mit ihrem Nummernschild hat (lol), oder sonstiges technisches, PC-Zeugs, Nachhilfe in Wirtschaftslehre usw. will ich auch keine Danke hören oder würde ihr nie sagen, sie soll froh sein mich zu haben. 1. Weiß ich doch bereits, dass sie es ist. 2. Weiß sie es doch andersrum auch und 3. wäre es nicht so, wären wir wohl nimmer zusammen.

Ok, anders sieht es aus, wenn du alles für ihn machst und er bei allem nein sagt. Da würde ich mir schon mal Gedanken machen. Aber ich kenn euch ja nicht. Aber sag nie, wenn er mal was nicht tun möchte oder nein sagt: "Ich verbinde dich jeden Tag und du kannst noch nicht mal......." Sowas wäre obermies, da man so hilflos ist und sowas kein Druckmittel sein dürfte. Nicht falsch verstehen, ich sage nicht, dass du das tust, ich kenne dich ja nicht. Ich sage nur meine Meinung allgemein.
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Re: Stimmungsschwankungen...

Beitragvon Nicole am Do 24. Jun 2010, 00:21

Hey Ihr Lieben,

danke für die lieben antworten! Es tut vorallem auch mal gut zu hören wie ein Mann sich in der Situation fühlt.
Ich denke wir beide kommen momentan ganz gut klar, Problem ist halt immer die räumliche Trennung. Es geht
ihm aber momentan den Umständen entsprechend und ich hab auch das Gefühl das die Welt momentan nicht ganz
so schwarz und gemein für ihn ist.

Leider hat die Wunde letzte nacht fürchterlich angefangen zu bluten und auch heute den Tag über immer wieder gezeigt
das sie da ist... Sehr zu meiner enttäuscht! Aber mir ist auch bewusst das es sich um eine sehr ernst zu nehmende
Angelegentheit handelt. Bedeutet also das wohl nichts aus dem Flug nach Hamburg und meinem Abiball wird. Ich bin
natürlich sehr sehr traurig wenn es nicht klappt. Versuch aber das so wenig wie möglich zu sagen/zeigen (mein Schatz weiß
sowieso bescheid :( aber ich will es ihm nicht noch unter die Nase binden.) Mal sehen was die Ärzte morgen sagen um 14 uhr
hat er einen Termin zum Verbinden um 20.45 uhr geht der Flug.
Ich halte euch natürlich auf dem laufenden, aber drückt uns allen bitte die Daumen!

Zum Thema Arbeit/Schule/Sport... er selbst geht ja noch zur Schule, versucht so oft wie möglich anwesend zu sein. Das lange
sitzen auf den unbequemen Stühlen fällt ihm natürlich sehr schwer. Manchmal geht es garnicht mal für ein paar Stunden. Trotz
so eines Dounat-Kissen (O) kann er eben nicht lange sitzen. Aber die Lehrer berücksichtigen dies gott sei dank bei seiner Bewertung.
Es ist auch "nur" die Elfte... ich hoffe das wir dann in 12/13 ruhe haben.

Ansonsten läuft momtentan eigentlich alles relativ rund, leider ist wieder eine Pflasterallergie aufgetreten, aber ich stellen meinem Schatz
dann von zeit zu zeit meine Fingernägel zur verfügung (wenn auch ungerne, aber besser ich kratz ihn als er sich selbst!) Außerdem ist es für
ziemlich angenehm wenn ich wir nicht getrennt sind, weil dies bedeutet er kann auf dem rücken schlafen. Er legt immer ein bein über meine
das scheint ziemlich bequem zu sein. (Kann ich weiter Empfehlen =)

So jetzt ist es auch schon wieder spät geworden.
Wünsche allen noch eine gute Nacht und eine schöne rest Woche

LG Nicole
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Re: Stimmungsschwankungen...

Beitragvon Wurstbrot86 am Do 24. Jun 2010, 21:18

Auch wenn ich manchmal sag, dass ich schier verzweifelt bin, kann ich dir nur sagen, hör auf traurig zu sein. Freu dich, dass die OP überstanden wurde und er "nur" n Loch hat, das aber wieder zuwächst und das wichtigste, er weiterlebt. Andere haben Krebs und sterben in ein paar Jahren, Monaten.
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