Meine erste Fistel hatte ich vor ziemlich genau 4 Jahren im Sommer 2006. Da war ich 19. Hat zeitlich gut gepasst, es war in den Sommerferien, und so wurde wenigstens weder Schule noch Uni beeinträchtigt. Leider ist ein heißer Sommer nicht gerade die ideale Zeit für einen längeren und überaus schmerzhaften Krankanhausaufenthalt...
Gemerkt habe ich es beim Gang auf die Toilette. Ich stellte Blutungen in der Pofalte fest. Zuerst dachte ich, es ginge wieder weg, doch irgendwann ließ ich meine Mutter nachsehen. Sie berichtete von einem Loch beim Steiß, etwa so groß wie die Hälfte eines Fingernagels des kleinen Fingers. Also gingen wir zur Ärztin, welche schon beim ersten Anblick der Wunde die Diagnose stellte. Steißbeinfistel. Sie erklärte uns, was es damit auf sich habe, und auch wie es zu behandeln sei. Ich war wenig begeistert, aber naja, das ist wohl normal. Sie verwies uns auch an einen guten Chirurgen, der sich damit auskannte. Nach einer Sprechstunde bei ihm waren wir sehr zuversichtlich.
Die Operation verlief sehr gut, die Fistel wurde großräumig entfernt, und anschließend musste ich zwei Wochen stationär behandelt werden. Die Wunde heilte offen, doch die Heilung ging sehr gut voran. Nach etwa vier bis fünf Wochen war sie vollständig und ohne Narben verschwunden. Seit dem war Ruhe.
Bis jetzt.
Ich stellte vor gar nicht allzu langer Zeit wieder eine Blutung fest, und auch leichten Schmerz. Ich vermutete sofort, dass es wohl wieder eine Fistel sei. Nun habe ich aber ein kleines Problemchen. Ich weile zurzeit nicht in Deutschland, sondern in Japan, und ich möchte mich ungern hier operieren lassen, nicht zuletzt aus Kostengründen. Ich war letzte Woche beim Arzt hier, und man meinte, es wäre okay, bis September zu warten, bis ich meine Heimreise antrete. Ich bin jedoch skeptisch. Zwar habe ich schon viel gelesen und festgestellt, dass es wohl möglich ist, länger zu warten, aber eben nicht optimal. Je größer das Ding wird, desto ekliger wird die Sache nachher. Zumindest denke ich das.
Was meint ihr? Sollte ich warten, oder sollte ich sofort nachhause fliegen? Da ich wieder mit einem längeren Aufnethalt im Krankenhaus rechne, wäre eine schnelle OP wohl am besten, da im Oktober schon meine Vorlesungen weitergehen.
Weiß denn irgendjemand, wie schnell sich so eine Fistel ausbreitet? Bzw.: Gibt es da überhaupt eine Regel, oder ist das von Mensch zu Mensch unterschiedlich? Kann man das Wachstum irgendwie verlangsamen? Die japanische Ärztin riet mir, jeden Tag die Flüssigkeit aus der Wunde zu drücken, sie gut zu reinigen und mit sterilem Mull zu verschließen.
Wie gesagt, ich bleibe skeptisch. Wenn es nach mir ginge, würde ich sofort fliegen, was sehr schade wäre, aber vielleicht reagiere ich auch zu extrem...
Vielen Dank im Voraus für eure Meinungen!
