Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

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Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon Toast am Di 17. Aug 2010, 19:40

Hallo zusammen!

Ich durfte ebenfalls in den "Genuss" einer Steißbeinfistel kommen, welche schließlich nach Karydakis operiert wurde. Im Folgenden möchte ich nun meine Erfahrungen mit euch teilen, zumal es hier zu dieser Methode nur wenige Berichte gibt. Wer nicht weiß was mit Karydakis gemeint ist sollte mal einen Blick in meine Aufstellung von Behandlungsmethoden werfen...

Vorgeschichte:

Ich bin männlich und 24 Jahre alt. Bei mir äußerte sich die Steißbeinfistel durch ein "Nässen". Ich hatte plötzlich rötliche Flecken in der Unterhose auf Höhe des Steißbeins und bemerkte eine Art "Pickel" mehr oder weniger in der Pofalte. Von dort trat im Laufe des Tages so wie ich das sehe eine Mischung aus Blut, Eiter und Wundwasser aus. Kurz: Die Stelle "nässte". Zuerst hielt ich das für einen Pickel oder gar Furunkel und tat nichts. Als nach zwei Wochen keine Besserung eintrat half ich mit so einer desinfizierenden Hautcreme nach, da ich die Vermutung hatte, dass es in der Falte Probleme mit dem Abheilen gab. Auch das half aber nichts und so suchte ich zuerst im Internet nach einer Lösung und stieß auf das Thema Steißbeinfistel. Das passte recht gut und mein Vater erzählte mir von seinen zwei Steißbeinfisteln die er bislang gehabt hatte, welche sich auch durch ein Nässen bemerkbar machten. Nachdem ich dann dieses Forum und das Internet zu dem Thema durchforstet hatte war mir vor allem wegen der Bilder mit den gigantischen Wunden erstmal schlecht. Ich las aber auch direkt von "angenehmeren Methoden" und beschloss zuerst mal zum Hausarzt zu gehen bevor ich mich total verrückt mache. Leider bestätigte der mir die vermutete Diagnose und schlug vor mich im nächstgelegenem Krankenhaus für eine OP einzuweisen...

Glücklicherweise war ich zu dem Zeitpunkt dann schon recht umfassend informiert und konnte die dem Hausarzt bis dato unbekannte Pit Picking Methode vorschlagen von der er zum ersten Mal hörte, die ihn jedoch zu interessieren schien. Ich schickte daher ein paar E-Mails raus mit der Frage, ob die Pit Picking Methode angeboten wurde. Eine extrem schnelle Antwort bekam ich von dem oftmals lobend erwähntem Dr. Iesalnieks aus dem Marienhospital in Gelsenkirchen. Mit dem ich dann auch direkt einen Termin vereinbarte, auch wenn das gut eineinhalb Stunden Anfahrt für mich bedeutete - um einer klassischen Exzision zu entgehen war es mir das allemal wert...

Vor Ort ließ ich ihn dann meine Fisteln mal in Augenschein nehmen, doch leider sollte sich eine meiner zwei Fisteln als zu fortgeschritten herausstellen um mit Pit Picking gute Erfolge erzielen zu können. Damit war meine Hoffnung auf einen kleinen, schonenden Eingriff zunichte. Glücklicherweise gab es da immer noch Plan B der in einem Eingriff nach Karydakis besteht und der auch von Dr. Iesalnieks angeboten wird...

Tag 1: Die OP

Da ich die üblichen Tests schon vorher durchführen lassen konnte, musste ich erst am Tag der Operation früh morgens im Marienhospital in Gelsenkirchen aufschlagen. Es folgte das Standardprozedere, d.h. Sachen kurz verstauen, OP-Hemd anziehen (Trombosestrümpfe erhielt ich überraschenderweise keine was auf Nachfrage aber wohl noch ok ist), Tablette zur Beruhigung & Co einwerfen (welche bei mir aber keine fühlbare Wirkung zeigte) und dann ab in den Vorbereitungsraum. Dort wurde dann ein Zugang an der Hand gelegt und da ich dann ein recht nervöses Auftreten hatte (ich zitterte leicht obwohl ich mich selber gar nicht als so nervös empfand), bekam ich eine kleine Dosis bzw. laut Schwester "nur" eine Einheit von einem Beruhigungsmittel gespritzt. Was auch immer für ein Ausbleiben der Wirkung ich nach der Tablette hatte, so war genau das Gegenteil nach diesem Mittel der Fall und so kann ich euch leider nicht erzählen was im weiterem Verlauf passierte, denn gut 2-3 Sekunden nach dem Einspritzen habe ich einen Filmriss und aus meiner Sicht gab's quasi einen fließenden Übergang in den Aufwachraum bei dem ich mich zunächst über den Lüftungsschacht an der Decke wunderte, denn der kam mir bekannt vor. Blicke nach links und rechts bei denen mir die Augen immer wieder kurz zufielen ließen mich dann realisieren, dass schon alles vorbei war und ich mich im Aufwachraum befand. Ich lag auf dem Rücken im Bett und eigentlich ging's mir prima. Ich hatte keinerlei Schmerzen und musste ein wenig schmunzeln, dass ich den ganzen OP Teil unerwarteter Weise"vergessen" hatte und wie komisch sich es sich so im halbwachem Dämmerzustand anfühlte. Nach gefühlten zwei Minuten kamen dann auch schon zwei Schwestern und schoben mich zurück auf mein Zimmer...

Ich war nun mehr oder weniger wach, allerdings noch sehr müde. Ich hatte keinen Tropf mehr oder so was und wurde lediglich darauf aufmerksam gemacht, dass ich eine Drainage hatte was erklärte, dass es beim Liegen auf dem Rücken irgendeine "Unbequemlichkeit" gab, die sich dann als der dünne Plastikschlauch herausstellte. Mir wurde dann auch strenge Bettruhe auf dem Rücken verordnet, damit sich die Wunde gut schließen kann. Nach wenigen Stunden bekam ich dann meine erste Mahlzeit nach der OP und die dazugehörige Ration Tabletten. Neben Antibiotika die's morgens und abends gab bekam ich stets eine unterschiedlich Anzahl weißer, runder und flacher Schmerztabletten (je nach Tageszeit eine bis ich glaube vier - evtl. waren's aber auch nur 3 und eine zusätzliche Tablette für was Anderes). Auch gab's morgens und abends stets eine der stärkeren Oxycodon Tabletten und natürlich stand auch die tägliche Trombosespritze auf dem Plan...

Alles in allem konnte ich mich aber nicht beschweren: Ich war vollständig schmerzfrei. Die Nacht war dann eher unruhig und ich habe wenig geschlafen. Das lag allerdings an dem striktem auf dem Rücken liegen - jeder der das schonmal musste weiß bestimmte wovon ich rede. Das wird irgendwann halt recht unbequem und gerade wegen dem Schlauch musste ich dann mein Gesäß alle 10-15 Minuten leicht anheben um wieder ein recht angenehmes Gefühl zu erhalten...

Tag 2: Der Tag nach der OP

Bei der Visite wurde mir dann gesagt, dass ich mich vorsichtig wieder frei bewegen könnte - nur Treppensteigen war untersagt. Ich genoss dann erstmal die Wohltat des auf der Seite liegen dürfens... :mrgreen:

Zu Anfang machte mir auch die Drainage zu schaffen. Im Bett kann man sich natürlich nicht rumwälzen wie man will und da der Schlauch recht kurz ist und ich den Beutel nicht neben mich legen wollte, konnte ich halt nur auf dem Rücken und auf der rechten Seite liegen ohne zu riskieren, dass die Schlauchlänge nicht mehr reicht was aber schon ein sehr angenehmer Zustand ist. Schlimmer wurde es dann, als ich aufstehen musste als das Bett neu gemacht wurde. Ich empfand es nicht nur als äußerst ungewohnt, sondern auch eklig mit einem Schlauch in meinem Körper zu gehen und einen vollgebluteten Beutel dabei in der Hand zu haben an dem der Schlauch dran ist. Nach wenigen Schritten bis zu einem Stuhl war mir dann erstmal leicht übel und schwindelig. Das Sitzen ging überraschenderweise gut - auch wenn die meisten Berichte die man liest offene Wunden behandeln, so hatte ich nicht erwartet so gut sitzen zu können. Angenehm war es zwar nicht gerade und ich stützte mich stets etwas ab um nicht zuviel Druck auf den Hintern auszuüben, aber es war kein Bisschen schmerzhaft. Ich machte mich dann allerdings direkt wieder auf ins Bett und bliebt sicherheitshalber noch ein wenig länger auf dem Rücken liegen...

Irgendwann musste ich dann aber doch auf's Klo und da ich die Urinflasche nicht mehr nutzen wollte musste ich wohl oder übel mich wieder dem Drainagebeutel widmen. Die etwas weitere Strecke bis zum Klo überstand ich dann aber sehr gut - ich hatte mich wohl schon ein wenig an den Gedanken des Schlauchs mit Beutel gewöhnt. Auf das recht tiefe Klo setzen ging ebenfalls problemlos. Allerdings ziepten die Pflaster ein wenig was aber nur unbequem und nicht unangenehm oder gar schmerzhaft...

Die folgenden Tage im Krankenhaus

Im Prinzip lässt sich nicht viel über den restlichen Aufenthalt berichten. Ich war vollständig schmerzfrei, lediglich längeres Liegen auf dem Schlauch war unbequem, so dass man den Hintern mal heben muss (oder man legt sich auf die Seite), aber nun ja so Stelle ich mir das immer vor wenn man auf irgendwas Störendem draufliegt. Mit den Zimmerkollegen kam ich gut aus und von der Betreuung durch Schwestern & Pfleger war ich beeindruckt - die war wirklich 1A...

Am Mittag des vierten Tages wurde ich dann entlassen, nachdem ich einige Stunden auf einen Arzt warten musste, der mich von der Drainage befreit. Auch hier hatte ich schon von einigen Erfahrungen gelesen hielt mich mit den Händen schonmal an einer Querstange vom Kopf des Bettes fest und wartete darauf husten zu müssen oder so während der Schlauch rausgezogen wurde. Nachdem ein Pflaster gelöst wurde merkte ich dann wie der Arzt ein paar Nähte löste, mit denen der Schlauch wohl zusätzlich befestigt war und wartete dann mehr oder weniger angespannt auf das Rausziehen bzw. die Aufforderung zu hosten. Dann kam jedoch plötzlich ein Pflaster und der Arzt war fertig und ich erstmal verblüfft. Ich habe das Herausziehen weder gehört noch irgendwie gespürt - nicht dass ich was dagegen hätte... :lol:

Ohne den Schlauch fühlte ich mich dann auch irgendwie deutlich mobiler und vor allem das Sitzen und Liegen auf dem Rücken war angenehmer, auch wenn längeres Sitzen ohne Abstützen und kurzes Aufstehen nicht angenehm möglich ist...

Wieder zu Hause

Auch zu Hause hat sich bislang nichts geändert: Ich bin auch ohne Schmerzmittel (ich nehme keine mehr) 100% schmerzfrei und die Situation bessert sich von Tag für Tag (was vor allem heisst, dass man länger sitzen kann). Das einzig Unangenehme war ein leichter Muskelkater im Rücken an einem Abend, da vor allem im recht weichem Bett zu Hause des gelegentliche Hochheben des Hinterns und generell das stete leichte Abstützen den ganzen Tag über doch recht anstrengend ist. Ansonsten konnte ich nicht klagen...

Ich habe dann auch mal ein Foto gemacht, wie das Ganze im zugepflastertem Zustand aussieht:

Bild

Als ich am Tag 6 nach der OP die Pflaster wechselte, habe ich auch mal ein Foto von der Geschichte unter dem Verband gemacht:

http://www.abload.de/img/karydakis_6_tage_nach_bea1.jpg
(Achtung! Potentiell eklig!)

Ende der Woche werden die Fäden gezogen und ich werde dann weiter berichten bzw. weiter mit Fotos dienen...

Soweit kann ich nur sagen, dass ich erstmal Entwarnung geben kann: Zumindest für mich gestaltete sich die OP nach Karydakis als äußerst "angenehm". Ich bin nach wie vor und ohne Medikation vollständig schmerzfrei (und das auch im Sitzen & Co), konnte mich schon einen Tag nach der OP mehr oder weniger frei bewegen und vor allem liegen wie ich will und habe auch ansonsten abgesehen von der leicht eingeschränkten Mobilität im Gegensatz zum gesundem Zustand (durch die Gegend spurten ist halt noch nicht drin, aber das erwartet ja auch keiner denke ich) keinerlei Beschwerden...
Toast
 
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon Lu83 am Mi 18. Aug 2010, 07:26

Hallo Toast,

danke für den Bericht! Das wird hier sicherlich so manchem die Angst vor dem Eingriff nehmen!
Das Foto von der Wunde sieht ja auch nicht soo schlimm aus - die Fotos, die es von einer radikalen OP gibt, finde ich tausend Mal schlimmer!

Das freut mich, dass du alles gut überstanden hast und zufrieden mit der Betreuung in dem Krankenhaus warst! Ich bin gespannt, wie dein weiterer Heilungsverlauf läuft!

Viele Grüße und weiterhin gute Besserung!

Luana
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon Toast am Fr 20. Aug 2010, 15:01

Das Fädenziehen

Eine Woche nach der Entlassung aus dem Krankenhaus stand nun das Ziehen der Fäden auf dem Programm. Ähnlich wie schon beim Ziehen der Fäden an der Drainage war auch hier nicht viel dabei - das Auszupfen eines Haars fühlt sich vergleichbar an, nur dass das Ziehen der Fäden deutlich weniger weh tut. Lediglich beim Ziehen der Fäden ganz tief in der Pofalte mischte sich ein leichtes Brennen hinzu. Alles in allem aber ein Arztbesuch der harmlosen Art - vor allem wenn man gesagt bekommt, dass soweit alles prima verheilt ist... :)

Eine Stelle, die während des Abheilens von einer recht dicken Schicht getrockneten Blutes bedeckt war ist derzeit noch nicht so gut verheilt wie der Rest der Naht und so nässte diese Stelle bei der Rückfahrt nach Hause auch noch ein wenig. Als ich eben deswegen ein neues Pflaster auftrug, habe ich auch direkt mal Fotos davon gemacht und auch mal die Pobacken ein wenig zur Seite gedrückt, so dass man die Länge der Naht besser erkennen kann...

http://www.abload.de/img/karydakis_fden_gezogeni4p3.jpg
(Achtung! Potentiell eklig!)


Und auch mal eine Nahaufnahme:
http://www.abload.de/img/karydakis_nah_fden_gez31tj.jpg
(Achtung! Potentiell eklig!)

Ach ja, sorry für die Rechtschreib- und Grammatikfehler im ersten Beitrag - ich wollte später ein zweites Mal drübergucken und wusste nicht, dass man hier nur kurze Zeit seine Beiträge verändern kann...
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon Claudia am Sa 21. Aug 2010, 13:57

Hallo Toast,

Danke Dir für Deinen Bericht, war heute mutig und hab mir das inclusive Bilder angesehen. Also, dass Du auf dem Rücken liegen musstest fänd ich jetzt für mich nicht so schlimm, weil ich kann am besten auf dem Rücken liegen und ich musste wegen meiner Drainage (und da bin ich ja echt neidisch, dass Du Dich nur so kurz damit rumquälen musstest, bei mir waren es ja drei Wochen) auf der Seite liegen und auch das konnte ich stellenweise nicht und habe oft nicht wirklich viel geschlafen.

Krankenhaus finde ich sowieso schlimm :-) Kein Loch, kein Spülen, keine Drainage? Wo läuft das Wundwasser und die Sekrete jetzt hin? Gibt es die bei dieser OP Methode nicht? Ich frag nur, weil das bei mir so lange war und nun ja auch wieder ist. Nun ja, nur das mit dem verlegen der Analfalte....! Vielleicht sieht das alles ja ganz anders aus wenn es verheilt ist. Ich hab schon öfter mal einen Schock bekommen, wenn ich eine Naht bei mir gesehen habe und verheilt ist das dann restlos. Da müsste man schon gaaaanz genau schauen um die zu finden. Hab nämlich eine gute Heilehaut. Aber wenn man es mir einfach in der Mitte aufschneiden würde, dass wäre mir egal, weil ich ja weiß wie gut bei mir alles verheilt (sonst zumindest, waren da vielleicht andere Vorraussetzungen). Aber im Aushöhlen, wegschneiden, spalten, etc. habe ich ja nun mal Erfahrung!

Kannst Du schon ganz normal sitzen und autofahren und sowas? Das wäre ja klasse!

Ich wünsche Dir einen guten weiteren Verlauf! Und nochmals danke für Deinen Bericht. Mit sowas kannst Du einer reihe von Leuten die das noch vor sich haben gut helfen.

Liebe Grüße
Claudia
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon Toast am Sa 21. Aug 2010, 16:05

Hi!

Also das auf dem Rücken liegen musste man eben nur den Tag nach der OP machen, damit da alles gut anheilen kann. Starr nur in einer Position liegen wird halt nach ein paar Stunden unbequem und der Schlauch der Drainage machte das Ganze dann zur Prinzessin auf der Erbse... ;)

Ansonsten ist das halt eine geschlossene Wunde, weshalb da kein Spülen oder Ähnliches nötig ist. Generell wird bei der Karydakis OP auch weniger weggeschnitten als bei der klassischen Exzision was wohl der Grund ist, warum die Drainage nur 3 Tage nötig ist. Danach nässt die Wunde nur noch und so wechsle ich das Pflaster derzeit spätestens alle 2 Tage. Die einzige "Blutung", die auch einen Fleck auf der Unterhose hinterlassen hat war direkt nach dem Fädenziehen, aber das ist ganz normal...

Beim Thema Pofalte bin ich auch noch gespannt wie das am Ende aussehen wird. So wie vorher wird's natürlich nicht mehr, wobei ich so wie's jetzt aussieht aber von keinem "Verlegen" der Falte sprechen würde. Es wurde halt so vernäht, dass sozusagen auf einer Seite an der Falte "gezogen" wird, wodurch sie flacher ist. Genaues kann ich aber nicht sagen, denn ich habe da noch gewisse "Berührungsängste" mit der Wunde und habe mich noch nicht getraut diese Region anzufassen um zu fühlen, was sich da verändert hat. Schönheitspreise werde ich mit dem Hintern natürlich nicht mehr gewinnen, aber die relativ harmlose OP sowie eine gute Chance dank dem Verfahren nie wieder eine Fistel zu bekommen war mir das wert... :)

Die Mobilität ist inzwischen auch wieder ziemlich gut - knapp eine Woche nach der Entlassung kann ich wieder längere Zeit auf normalen Stühlen sitzen. Je nachdem muss man halt erstmal kurz eine angenehme Stellung finden, die den Hintern nicht so stark belastet weil's ansonsten ziept und unbequem ist, aber danach geht's prima. Auch das Gehen ist kein Problem, wobei ich noch nicht wirklich so schnell gehen kann wie vor der OP und auch Treppensteigen ist derzeit nach einigen Stufen nur noch im gemächlichem Tempo drin. Im Anbetracht dessen, dass ich gerade mal eine Woche aus dem Krankenhaus raus bin habe ich da aber keinen Grund zu klagen und man merkt irgendwo schon, dass es jeden Tag wieder ein wenig besser wird...

Im Rückblick kann ich sagen, dass ich mir alles vor allem wegen der vielen unschönen Geschichten eine klassische Exzision betreffend viel dramatischer vorgestellt habe als es dann eigentlich war. Im Prinzip würde ich den Verlauf bisher auch als sehr angenehm bezeichnen, denn nachdem man den Stress vor und den Rest des Tages nach der OP überwunden hatte, war da wirklich nicht mehr viel dabei und Tag für Tag hatte man halt mehr Zeit, die man angenehm außerhalb des Betts verbringen konnte...

Ich werde hier natürlich auch zum weiterem Verlauf noch was schreiben. Ende der kommenden Woche habe ich erst noch eine Art Abschlusstermin bei Dr. Iesalnieks und ich hoffe danach sieht mich das Marienhospital nicht mehr wieder... :mrgreen:
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon Toast am Di 24. Aug 2010, 18:19

So - es sind nun genau zwei Wochen seit der OP vergangen und die Wunde sieht nun wie folgt aus:

http://www.abload.de/img/karydakis_14tage_nach_zs7n.jpg
(Achtung! Potentiell eklig!)

Ich bin nach wie vor vollständig schmerzfrei und habe auch sonst keinerlei Probleme. Inzwischen kann ich mich auch wieder völlig frei bewegen, bücken oder was man sonst so an alltäglichen "Verrenkungen" macht - vom schwer Heben habe ich allerdings immer noch Abstand genommen... :)
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon johnyr am Do 26. Aug 2010, 14:30

also den fotos nach zu urteilen stimmen die proportionen deines hintern nicht mehr so überein.... da ziehe ich ja doch die vollständige exzision vor.. man muss sich zwar einige wochen quälen bis die wunde zu ist abr dafür ist die wahrscheinlichkeit eines rezidiv kleiner und zumnidenst bei mir ist die wunde schön geschnitten bzw wächst problemlos zu..
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon Toast am Do 26. Aug 2010, 18:43

Das stimmt so leider nicht. Die "Deformierung" des Hinterns bzw. das Abflachen der Falte durch so eine Art Plastik wurde ja gerade aufgrund des relativ großen Rezidivrisikos bei den klassischen Exzisionen durchgeführt. Durch das Abflachen wird es wesentlich unwahrscheinlicher, dass sich Haare einbohren können und durch die seitlich versetzte Wunde hat man das vernarbte Gewebe auch nicht mehr mittig, in welches sich Haare noch einfacher einbohren können als ursprünglich und auch ist das Abheilen schneller bzw. weniger problematisch, da man eben nicht ganz unten in der Falte sitzt, wo kaum Luft an die Wunde kommt und so weiter...

Man bezahlt die ganzen Vorteile dann natürlich durch einen nicht mehr ganz so ästhetischem Hintern. Das finale Aussehen werde ich dann noch abwarten und hier auch ein Foto davon reinstellen - der kleine optische Makel war es mir dann aber wert um mich vor einer klassischen Exzision und dem recht hohem Rezidivrisiko zu bewahren... :)
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon Toast am Di 31. Aug 2010, 15:13

So - es sind nun drei Wochen seit der OP vergangen und inzwischen ist auch der Ekel-Faktor größtenteils weg, weswegen ich es schon mit Vorschaubild hier reinstelle... ;)

Bild
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon bladerunner am Do 2. Sep 2010, 02:06

Hi Toast,

wie sieht denn jetzt dein finales Resümee aus? Wie schnell kann man wieder Autofahren bzw normal sitzen/laufen ohne dass jeder denkt man hätte dicke Eier? :D

Wie läuft das eigentlich mit dem Duschen bzw Hygiene allgemein? Sicher im Krankenhaus nicht so einfach mit einem "Schlauch im Arsch". Hätte da auch Ängste zuhause das erste mal das Pflaster abzureißen und dabei ggfs die Wunde wieder zu eröffnen!?

Mir steht das ganze möglichst bald auch noch bevor, da ich am 20.9 mit meinem Studium beginnen möchte und möglichst nichts verpassen will. Hoffe das klappt? OP sollte wohl nächste Woche durchgeführt werden, sprich danach noch ca. 2 Wochen zum Heilen.

Und noch etwas: Hast du die Fäden "zuhaus" beim Arzt ziehen lassen oder bist du wieder nach Gelsenkirchen gefahren? Frage nur, da ich auch etwa 150km Anfahrt habe.


Bin noch etwas unschlüssig was ich machen soll.. eine Ärztin im lokalen Krankenhaus hat eine "normale" OP vorgeschlagen, bei der nur in der Mitte der Pofalte eine kleine Wunde offen bleibt indem die umliegende Haut ein wenig da hineingezogen wird (mit Fäden). Stationärer Aufenthalt 1-2 Tage und angeblich keinerlei Nachbehandlung - bloß denke ich mir, dass bei einer offenen Wunde im tiefsten Bereich der Pofalte sicher schnell neue Entzündungen etc auftreten können.
Dr Iesalnieks fand die Methode auch nicht allzu gut, bloß holt man sich von 5 Leuten eine Meinung bekommt man von jedem eine Andere :(

Gruß,
bladerunner
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