Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon Toast am Sa 4. Sep 2010, 00:14

Hi!

Also Sitzen "kann" man schon am Tag nach der OP. Bis man wieder angenehm und länger sitzen kann hat es bei mir ca. eine Woche gedauert, wobei man schon merkte, wie es jeden Tag etwas besser wurde. So würde ich auch sagen, dass man nach der Entlassung sogar schon länger Autofahren kann, wenn man eine ansprechende Sitzposition gefunden hat und damit leben kann, dass man alle paar Minuten den Hintern mal kurz anheben muss...

Beim Thema Hygiene war es so, dass ich mich im Krankenhaus nicht geduscht habe, wobei das wohl möglich wäre. Der Pflasterwechsel ist eigentlich extrem unproblematisch. Der wird ja auch im Krankenhaus schon gemacht wenn das ein wenig vollgeblutet ist (was bei mir stark kitzelte :lol: ). Zumindest die Pflaster, die's in Gelesenkirchen gab waren dann auch keine die bombenfest kleben und so lassen sie sich recht einfach entfernen ohne allzu sehr an der Haut zu ziehen. Da du die Fäden dann ja auch eine Woche behältst ist es extrem unwahrscheinlich, dass du da beim Abziehen irgendwas wieder aufreisst...

Zum Fäden ziehen bin ich dann nochmal nach Gelsenkirchen gefahren. Da Dr. Iesalnieks im Urlaub war, wurde ich dort von seiner freundlichen Kollegin behandelt. An sich könntest du das beim Hausarzt machen, nur hatte Dr. Iesalnieks ein ganz gutes Argument, dass wenn beim Fäden ziehen was aufgeht einige Ärzte die Wunde dann wohl zu groß gestalten (evtl. weil sie nicht optimal auf die Plastik reagieren denke ich) - von daher lieber zu "Experten" gehen, die sich mit der Methode auskennen. An und für sich ist das Fäden Ziehen wie beschrieben dann aber recht unspektakulär und nach dem Einschätzen meiner Wunde ist ein Aufreissen dabei auch recht unwahrscheinlich. Was man allerdings bei mir sehen kann, ist die recht mittige Stelle wo die Wunde so zwei Hautlappen gebildet hat (und die auch nässte). Das ist aber komplett oberflächlich und hat mit der eigentlichen Wunde darunter nichts zu tun...

Bei der Wahl der Methode finde ich Karydakis schon am Besten (wenn Pit Picking nicht mehr geht). Eine Wunde in der Mitte heilt halt schlecht, die offene Wundbehandlung dauert dann auch sehr lange und unter Umständen ist das Reinigen extrem schmerzhaft. Auch ist ja gerade die Mitte der Bereich, wo sich die Haare etc. einbohren, weswegen ich eine Narbe dort für unvorteilhaft halte, da das Ganze da ja dann noch viel einfacher passieren kann als vorher. Karydakis hat halt keine Narbe in der Mitte und mit der Abflachung der Pospalte beugt man einem Rezidiv vor. Der Schönheitsmakel ist natürlich ein Wehrmutstropfen, den ich im Anbetracht der Vorteile aber in Kauf genommen habe...

Du kannst dann ja auch mal von deinen Erfahrungen berichten. Ich wünsche dir schonmal alles Gute, wobei ich die OP und das danach dann aber wirklich nicht als schlimm empfunden habe...
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon bladerunner am So 5. Sep 2010, 03:16

Hi,

danke Dir für die Aufmunternden Worte. Habe noch nie so eine "richtige" OP mitgemacht, daher habe ich im Moment ziemlich Schiss - auch einen "üblen" Zimmernachbarn zu haben wäre nicht so toll.
Kann es eigentlich auch passieren, dass man in ein 3-4 Bett Zimmer kommt? Dann würde ich fast überlegen das Geld für ein Zweibett bzw Einzelzimmer zu zahlen.

Jedenfalls klingt der ganze Verlauf bei dir ja eigentlich relativ "angenehm". Wobei das Ganze wohl bei jedem Po etwas anders aussieht (wie weit gehen die Fistelgänge etc - habe nämlich sporadisch auch noch Schmerzen direkt in der Po-Backe bzw ein Stück darüber, hoffe die lassen noch etwas übrig vom Gesäß :D). Hoffentlich kann ich wirklich nach kurzer Zeit wieder relativ normal sitzen/gehen/Autofahren, gerade da am 20.9 mein Studium beginnt und ich bis dahin eigentlich wieder fit sein müsste (sind also 2 Wochen ab OP Tag sofern ich mich nicht verrechnet hab ;) ).

Bzgl. Duschen & Co muss ich dann mal sehen in Gelsenkirchen.. frage mich nur, was man mit dem Blutbeutel macht beim Duschen. Um den Hals hängen? :D Igitt. Auch das "große Geschäft" ist sicher so eine Sache, je nachdem wie die Pflaster sitzen kanns da wohl auch zu Problemen kommen :D. Eigentlich alles Lapaillen, aber darüber macht man sich schon irgendwie Gedanken.

Na dann will ich am Montag wohl mal da durch (bzw muss morgen Abend schon hin zwecks Aufnahme, Aufklärung etc.). Wird bestimmt übelst langweilig die 3 Tage =/

Gruß,
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon Toast am So 5. Sep 2010, 11:17

Also aufgeregt ist man eigentlich immer - vor allem auf dem Weg in den OP / Vorbereitungsraum kann einem ein wenig mulmig werden was vielleicht auch daran liegt, dass man ansonsten nicht im Bett durch lange Gänge geschoben wird. Du kannst im Vorbereitungsraum dann ja fragen, ob man dir was zur Beruhigung spritzen kann. Die "Beruhigung" führte bei mir dann zu einem Filmriss ca. 2 Sekunden nach dem Spritzen - wach war ich denke mal schon, nur erinnere ich mich an nichts mehr bis zum Aufwachen... ;)

Zum Thema der Zimmer: Also soweit ich weiß gibt's da überall 3-Bett-Zimmer (1 oder 2 Bett-Zimmer kann man sich zwar auch mieten soweit ich weiß aber das kostet dann so 50-100€ am Tag und etwas Gesellschaft ist im Krankenhaus eigentlich schon ganz angenehm). Da du aber wahrscheinlich auf eine Kurzliegerstation kommen wirst (ich war auf der 2A) ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Zimmer voll ist, nicht so hoch. Auf meinem Zimmer war zunächst nur einer, der schon seit dem Vortag da war und wir sind dann zu zweit auf dem Zimmer geblieben bis auf den Tag vor meiner Entlassung - da kam jemand für eine Nasen-OP (hatte wohl ne Schlägerei gehabt), der nach der OP dann ein wenig gelegen hat und abends wieder gegangen ist...

Den Blutbeutel wirst du dir nicht um den Hals legen können, da der Schlauch bis zum Beutel zumindest bei mir nur so 50-60cm lang war... :mrgreen:
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon bladerunner am So 5. Sep 2010, 13:14

Wollte eigentlich so wenig Spritzen wie möglich mitnehmen - daher mal sehen. Sollen die mir doch einfach sofort das Narkosemittel spritzen, dann können sie tun was sie wollen :D
Wird einem dieses Kontastmittel (Methylenblau) eigentlich noch bei Bewusstsein gespritzt oder machen die das alles im OP direkt?

Achje, irgendwie behagt mir das Ganze noch nicht so sehr, soviele neue Dinge und so.. habe ich ja prinzipiell nichts gegen, aber SOLCHE neuen Dinge müssen es dann eigentlich doch nicht sein.
Frage mich auch, was man gegen die Langeweile tut. Bücher lesen? Handy-Games zocken? Durchs KKH laufen (wobei ich da vermutlich keine Lust zu haben werde, gibt ja dort eh nix Spannendes)? Und mit dem Schlauch etc kommt man wohl auch in keine Hose mehr rein :D
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon Toast am So 5. Sep 2010, 17:20

Wollte eigentlich so wenig Spritzen wie möglich mitnehmen - daher mal sehen.

Nun ja - eine Spritze ist das nicht direkt. Du kriegst im Vorraum ja einen Zugang gelegt (i.d.R. auf der Hand) und da kann man halt direkt was reinspritzen lassen, also Plastik-Spritzkörper ohne Nadel aufsetzen und reindrücken...

Wird einem dieses Kontastmittel (Methylenblau) eigentlich noch bei Bewusstsein gespritzt oder machen die das alles im OP direkt?

Wenn dann im OP. Da ich aber nicht mal weiß wie der OP eigentlich aussieht, kann ich dir dazu nix sagen, wobei so richtig "gespritzt" im eigentlichem Sinne wird das Kontrastmittel glaube ich nicht. Ich denke das wird halt in die Fisteln reingedrückt, damit man beim Operieren die Gänge halt schön farbig sieht. Auch beim Thema Arsch-Rasieren bin ich übrigens ratlos - das wird auf jeden Fall irgendwann gemacht, aber wann und wo weiß ich nicht... :lol:

Aber wie gesagt: Wenn du da Sorgen hast frag einfach nach so einem Beruhigungsmittel (bzw. dir wird das wahrscheinlich sowieso vorgeschlagen werden mit dem Kommentar "Das machen wir einfach mal." ;) )...

Frage mich auch, was man gegen die Langeweile tut. Bücher lesen? Handy-Games zocken? Durchs KKH laufen (wobei ich da vermutlich keine Lust zu haben werde, gibt ja dort eh nix Spannendes)? Und mit dem Schlauch etc kommt man wohl auch in keine Hose mehr rein

Mein Tipp: Auf dem Zimmerfernseher tagsüber N-TV laufen lassen (ansonsten kann man sich gerade vormittags eh fast nix ansehen). Handy ist generell im Krankenhaus ja nicht erlaubt und würde ich selbst wenn du den Flug-Modus anmachst auch nicht mitnehmen. Lesen ginge prinzipiell auch, habe ich aber seltsamerweise nicht gemacht (obwohl ich extra ein Buch mitgenommen habe). Lohnend sind halt Gespräche mit dem Nachbarn (bei mir war ein älterer Herr mit auf dem Zimmer mit dem konnte man sich gut unterhalten) oder auch Kartenspielen...

Ein klein wenig rumlaufen kann man auch machen. Du solltest jetzt halt nicht die enge Jeans mitnehmen, sondern einen Trainingsanzug oder irgendsowas die halt nicht eng anliegt. Dann macht auch der Schlauch keine Probleme...
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon bladerunner am Mo 6. Sep 2010, 10:12

So...bin jetzt in Gelsenkirchen, die Nacht über auf der aufnahmestation und jetzt auf 4A. Schrecklicher 70er Jahre Bereich mit duschen im Vorzimmer und keiner Klimaanlage. Op ist für heute Nachmittag angesetzt...muss ich wenigstens nicht solange auf dem rücken liegen ;)
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon bladerunner am Mo 6. Sep 2010, 17:36

Eben fertig geworden und nun am aufwachen...ein wenig Schmerzen tuts ja schon, aber auch keine Lust soviel Medikamente zu schlucken...
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon bladerunner am Di 7. Sep 2010, 08:36

Also dass man keine Schmerzen haben soll halte ich für untertrieben. Hab eben die beiden schmerztabletten benuron oder sowas genommen, aber sitzen im Bett bzw liegen ist immernoch schrecklich. Der Arzt meinte ich könne aufstehen...aber ob ich mich das trauen soll naja
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon Toast am Di 7. Sep 2010, 11:02

Schade - dann hast du wohl nicht so viel Glück gehabt wie ich... :(
Ich war wirklich die gesamte Zeit über schmerzfrei und habe neben den zig weißen, runden Schmerztabletten zweimal am Tag so eine kleine, braune Oxycodon Tablette bekommen. Ich wünsche dir noch gute Besserung und du kannst hier dann ja auch mal dein eigenes Thema aufmachen und deine Erfahrungen ausführlich schildern...
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Re: Erfahrungsbericht: OP nach Karydakis

Beitragvon bladerunner am Di 7. Sep 2010, 12:31

Diese rautenförmige gelbliche wo 40 draufsteht? Ansonsten bringen die weißen runden nicht wirklich etwas. Aufstehen spar ich mir lieber erstmal, außer um auf Toilette zu gehen.
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