Hallo zusammen, an dieser Stelle setze ich meinen im Vorstellungsbereich begonnenen Text fort.
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Zum ersten Mal ist mir dieses Ding wohl vor ungefähr 3 Jahren aufgefallen. Anfangs erschien es mir wie ein Pickel und ich dachte das geht schon wieder weg. Anfangs war es eben nur diese ab und wann etwas schmerzende Schwellung kurz über dem Steißbein.
Die bisher schlimmste Phase hatte ich dann im September vor 2 Jahren genau während meines Urlaubes in Venezuela. Damals wurde die Schwellung innerhalb von ein bis zwei Tagen echt groß (oberflächlich ca. 1 bis 2cm, wobei tiefer im Gewebe auch etwas tastbar war) und im Hotelzimmer platzte sie nach etwas drücken auf und es kam wiederum mit etwas drücken richtig viel Sekret raus. Bis ich das Gefühl hatte alles rausgedrückt zu haben, dauerte es eine Weile aber der Schmerz war danach so gut wie weg und ich konnte den restlichen Urlaub gut genießen. Auch der knapp zwölfstündige Heimflug war kein Problem.
Ähnlich wie in den Vorgeschichten aller anderen beschriebenen Fälle, ist auch bei mir der Verlauf bisher periodisch. Es gibt in den vergangenen Jahren immer mal einige wenige Tage an denen es mal mehr und mal weniger schmerzt. So heftig wie vor 2 Jahren war es aber – so glaube ich mich zu erinnern - nie mehr. Bisher schwillt das Teil - mal im Abstand von wenigen Wochen, mal erst wieder nach 2 Monaten - unangenehm an und nach kurzer Zeit entleert es sich, wobei ich da mit etwas drücken regelmäßig nachhelfe.
Der Ausfluss ist anfangs immer etwas eitrig wie man es von ekligen Pickeln kennt und anschließend wie Wundwasser. In den beschwerde- bzw. schmerzfreien Zeiten bemerke ich immer wieder mal eine selbstständige Sekretabsonderung. Wirklich viel ist es aber nicht.
Nachdem ich durch meine Symptome, die Informationen, Beiträge und Bilder hier auf dieser Seite aber auch anderen Seiten im Netz mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen kann, dass es sich bei meinem "Pickel" ebenfalls um eine Steßbeinfistel handelt, mache ich mir größere Sorgen. Nicht zuletzt entspricht dieses Ding auch optisch den Darstellungen von Fisteln wie ich sie im Netz gefunden habe. Bei meinem Hausarzt habe ich deswegen auch bereits einmal vor ca. einem Jahr vorgesprochen und ihm das Ding gezeigt. Er riet mir - wenn ich mich recht erinnere - damals von einer OP ab. Es wäre vorstellbar, dass diese Steißbeinfistel einen gewissen Status Quo beibehält und ab und wann mal echt nervig, ansonsten aber zum Großteil beschwerdefrei ist. Ernsthaft nachgefragt hatte ich jedoch nicht weiter und auch eine weitere Meinung habe ich bisher nicht eingeholt. Einen wirklich besorgten Eindruck machte mein Hausarzt damals auch nicht, trotzdem ich ihm das Ding im Zustand einer leichteren Schwellung zeigte, es also gerade auch etwas Schmerzen bereitete.
Kann da was dran sein? Kann es sein, dass mich diese Fistel in diesem Zustand mit periodischen (mal leichteren mal etwas schlimmeren) Schmerzen mein gesamtes Leben begleitet aber nicht schlimmer oder größer wird? Bisher war es ja noch nie so, dass ich gar nicht mehr sitzen oder schlafen/ liegen konnte. Wenn ich jedoch hier und anderswo so oft davon lese, dass es in allen Fällen irgendwann schlimmer wurde, dann habe ich Angst. Sicher, diese Fälle wurden fast alle nach einer OP beschrieben und es bleibt die Frage, ob andere mit ähnlichen Problemen wie ich sie habe, „gelernt“ haben mit dem Ding zu leben.
Die Vernunft rät mir, zu einem Spezialisten zu gehen und mich zu informieren. Die Angst sagt mir, dass es wohl durchaus wahrscheinlich ist, dass ich nach dem Besuch eines Spezialisten unter das Messer komme.
Angst wovor?
Zum einen ist da natürlich die Angst vor der OP. Ich hasse Krankenhäuser und irgendwie wird mir auch echt mulmig wenn ich mir vorstelle, meiner Lebenspartnerin solch eine Wunde im Anschluss „antun“ zu müssen.
Zum anderen und aktuell sogar maßgeblichen Teil ist da aber auch die Angst vor dem Verlust der Anstellung. Mein aktueller Arbeitsvertrag läuft erst seit Mai diesen Jahres und wir sind ein recht kleines Team von 5 Kollegen die mit Unterstützung einiger weniger Honorarkräfte im 24h Wechseldienst in der Wohngruppe (siehe meine Vorstellung) arbeiten. Wenn ich hier und anderswo von wochenlangen Krankschreibungen nach der OP lese (was ich mir nach dem Betrachten einiger Bilder durchaus erklären kann), dann stimmt mich das nachdenklich. Spielt mein Arbeitgeber da mit? Kann er sich das überhaupt leisten bzw. ist er in der Lage, eine Vertretung zu organisieren um mich im Anschluss an meine Behandlung/ Genesung weiterzubeschäftigen? Die ersten 6 Wochen gibt es ja wohl vollen Lohn vom Arbeitgeber, danach anteilig von der Krankenkasse. Auch im sozialpädagogischen Bereich spielen zunehmend betriebswirtschaftliche Punkte eine große Rolle und mein Vertrag ist aktuell auch noch befristet.
Sicher könnte ich einen Termin mit unserer Bereichsleitung und meiner Teamleiterin machen. Möglicher Weise verläuft das Gespräch sogar gut, schließlich sind wir ein christlicher Träger mit ebensolchen Idealen, die nicht nur in der Satzung eine Rolle spielen sollen. Da sehe ich also ein klein Wenig Hoffnung, auch wenn das Argument der bisher kurzen Beschäftigungszeit und Befristung meines aktuellen Vertrages schon schwer wiegt.
Ich weiß das meiner langfristigen Beschäftigung im Normalfall nichts entgegensteht. Dafür bin ich einfach beruflich zu gut und vor allem auch super im Team integriert. In jedem Fall würde sich nach einem solchen Gespräch aber die Behandlung anschließen und irgendwie bin ich mir nicht sicher ob ich diese zur Zeit auch wirklich will. Spätestens wenn das Ding an meinem Arsch morgen oder übermorgen erfahrungsgemäß nicht mehr schmerzt, werde ich das Thema m.W. wieder verdrängen. So habe ich das in den vergangenen Jahren auch gehandhabt. Mich mit abgefunden und die Sache immer wieder auf´s neue „ausgesessen“.
Wenn ich das Thema nicht wieder komplett verdrängen sollte, werde ich hier immer mal aktuelle Informationen hinterlassen. Ansonsten freue ich mich über Antworten zu den offenen Fragen („gibt es leichtere Formen / Verläufe“), Hinweise, Aufmunterungen etc. Da es in diesem Zusammenhang weniger passend klingt, werde ich niemanden auffordern mir in den Hintern zu treten.
Beste Grüße
Laran
