Zu meiner Person:
Bin 35 Jahre alt, wohne in der Schweiz und habe meine Pilonidalsinus-OP am 14.11.11 hinter mich gebracht.
Habe die "klassische" OP-Methode gewählt (Exzision des Fistelgewebes mit anschliessender sekundärer Wundheilung; die "Metztger-Variante" also...
Bin aber eigentlich soweit ganz happy damit. Naja, zumindest, was OP und die Zeit danach anbelangt.
Da ich den "Knubbel" am Hintern (bei mir sass er ziemlich weit oben - noch vor dem Beginn der Pofalte) schon mehrere Jahre mit mir herumtrug, hat sich ein dementsprechen grosses Fistelgewebe gebildet. Bei mir war/ist die Wunde dann auch demnetsprechend gross: 12 cm x 4 cm und ca. 3 cm tief. Ja, die haben mir wortwörtlich den A**** aufgerissen!
Warum ich nicht früher die OP machen liess? Nun, ich wusste ja nicht, dass es sich dabei um den berühmten Pilonidalsinus handelte. Und da das Teil nie wirklich entzündet war, hielten sich bei mir die Schmerzen eigentlich immer in Grenzen. So 1 - 2 mal im Jahr war der Knubbel etwas angeschwollen und schrmerzte, aber nie richtig doll. Und nach wenigen Tag war der Spuk dann jeweils auch wieder vorbei. Und so dachte ich mir halt nix Böses und schob den Knubbel auf einen Unfall beim Schlitteln, bei dem ich mal ziemlich übel aufs Steissbein gekracht bin.
Whatever... Diesen Sommer entdeckte ich dann plötzlich einen Porus in der Ritze (so wie die meisten hier...). Ich so "Hmm, also wenn das mal nicht sonderbar ist?", worauf ich dann zu meinem Hausarzt bin. Der schaute sich das kurz an und meinte dann "Alles klar, Sie haben einen Pilonidalsinus!". "Einen was?!?!"... tja und der Rest ist Geschichte.
Da meine Fistel nicht entzündet war und ich auch sonst keine Probleme hatte, konnte ich mir Zeit lassen mit der OP. Mein Arzt hat mich über die verschiedenen OP-Methoden, die es so gibt bei uns beraten und gemeint, ich solle mich in aller Ruhe entscheiden. Und da die Fistel nicht entzündet war, hatte ich keinen Stress. Er meinte einfach, ich soll es mir doch innerhalb einer halben Jahres wegoperieren lassen, da, wenn es sich entzündet, der Schaden nur grösser werden kann.
Nach langem hin- und her habe ich mich, trotz der Vorbehalte hier im Forum, für die Metzger-Variante entschieden: Komplette Entfernung des Gewebes und dann in aller Ruhe den Körper das Loch heilen lassen. Ich vertraute da voll und ganz auf die Selbstheilungkraft. Zumal mir die Rizidivraten bei den anderen Methoden (Laser, PitPicking, ...) einfach als zu hoch erschienen. Immerhin hat man bei der vollständigen Exzision eine Wahrscheinlichkeit von 90%, dass das Teil danach für immer weg bleibt. Und so setzte ich letzendlich alles auf eine Karte und liess mich im örtlichen Krankehaus operieren.
Lief soweit alles wunderbar: Kurzer Aufenthalt (1.5 Tage), Spinalanästhesie, das heisst, ich war bei vollem Bewusst sein und einfach von der Hüfte an abwärts betäubt. Konnte wärend dem Eingriff mit dem Anästhesisten plauder (junger Typ aus Österreich - wir unterhielten uns über Musik und er hat mir immer erklärt, was "hinten" gerade so abgeht). Alles in allem wars interessant. Eine Lebenserfahrung.
Danach hatte ich eigentlich kaum Schmerzen. Ich wurde um ca. 15.00 Uhr montags operiert und um 13.30 am Dienstag war ich wieder zu Hause. Dann kam halt der ganze Plausch mit Wunde ausduschen 3x täglich, Kompressen reinlegen, etc... Aber das wissen die meisten hier ja.
Bis jetzt läuft alles super. Keine Schmerzen, Wunde schon zur Hälfte zu (nach 4 Wochen). Arbeiten ging ich nach 3 Wochen wieder. Das klappt alles ganz gut. Ab und an "zwickts" ein bisschen, aber es ist alles erstaunlich angenehm... Dafür, dass man so einen Krater am Hintern hat, habe ich massiv mehr Unanehmlichkeiten erwartet.
Ich dusche die Wunde nur 3x am Tag aus und lege neue (trockene!) Kompressen rein. Kein Kleben, kein Bluten. Passt. Die Wunde sonert ja Wunsekret ab und das befeuchtet die Kompressen jeweils rasch, so dass sie nicht ankleben kann. Mein Doc kontrolliert von Zeit zu Zeit und ist ganz zuversichtlich, dass es in ca. 4 weiteren Wochen ganz verheilt ist. Danach bleibt dann die Narbe, die halt anfangs noch empflindlich ist. Da muss ich dann schon gut aufpassen, dass die gut verheilt und nicht gleich wieder aufreisst. Tja, mit Spagat wird wohl nix in den kommenden Monaten...
Ok, das wars bis jetzt. Ich weiss, ich habe noch ein paar Wochen vor mir. Aber bis jetzt lief alles sehr gut und ich bin zuversichtlich, dass dies so bleibt. Auch die Harcore-Metzger-Methode muss also nicht zum Horror werden. Das war mir wichtig aufzuzeigen.
Mehr von mir später, wenn ich weitere Infos habe, was den Heilungsprozess anbelangt.
Ich hoffe, ich konnte mit diesem positiven Eintrag dem einen oder anderen auch die Angst vor dem Eingriff ein wenig nehmen.
