Hallo Fistelianer!
Zunächst bin ich erfreut, wenn man in diesem Zusammenhang von Freude sprechen kann, dass ich nicht alleine mit meinem Problem bin und mich hier umfassend informieren und austauschen kann.
Ich bin 37 Jahre und lebe in Leipzig und bis vor kurzem war mir die Steißbeinfistel gänzlich unbekannt, obwohl ich eine besaß und sie sich auch schon hin und wieder bemerkbar gemacht hatte. Vor ca. 2 Jahren verspürte ich das erste mal einen Juckreiz im Steißbereich. Hin und wieder trat in dieser Region eine Art Wundsekret aus, worüber ich mir jedoch keine weiteren Gedanken machte, da ich es für eine kleine lokale Entzündung hielt und es eher selten und unregelmäßig auftrat.
Ende August diesen Jahres bildete sich dann zunächst eine Art Pickel auf meiner linken Pobacke, der dann zu einem recht schmerzhaften Abszess mutierte. Ich wurde dann vom Hausarzt zum Chirurgen überwiesen, dort wurde der Abszess Anfang Oktober unter Lokalanästhesie in einem ambulanten Eingriff entfernt und die Wunde vernäht. Die Schmerzen ließen recht schnell nach und nach einer Woche wurden die Fäden gezogen. Ich war froh, das Kapitel Pobeschwerden nun hinter mir gelassen zu haben.
Aber weit gefehlt, denn nach wenigen Wochen stellten sich an gleicher Stelle wieder unangenehme Schmerzen ein. Nachdem ich erneut bei der Chirurgin vorstellig wurde, begutachtete sie die betroffene Stelle und empfahl mir, erst einmal abzuwarten. Dies tat ich aus, bis die Schmerzen letzte Woche so stark wurden, dass ich eine andere Chirurgie Praxis aufsuchte, um mir eine zweite Meinung einzuholen. Die dort praktizierende Ärztin hat sich die Sache angesehen und mich direkt in eine nahe gelegene Klinik eingewiesen. Dort wurde mir nach eingehender Untersuchung eines Chirurgen, der auf Proktologie spezialisiert ist, die Diagnose Sinus pilonidalis mitgeteilt und auch genau erklärt. Er hat mir auch ausführlich die verschiedenen Behandlungs- bzw. Operationsmethoden erklärt und die Vor- und Nachteile erläutert. Ich habe mich für die Variante „pit picking“ entschieden, da ich erst im September meinen Arbeitgeber gewechselt habe und hoffe, so die Ausfallzeit etwas verkürzen zu können.
Am 12.12.11 fand dann die OP unter Vollnarkose statt, bei der die Fistel und das entzündete (Narben)Gewebe aus der linken Pobacke entfernt wurden. Das Ergebnis ist ein ca. 2-3 cm großes Loch auf der Pobacke und ein vielleicht 6-8 langer Schnitte von dort zum Steißbein. Die Wunde wurde offen gelassen, damit sie von innen heraus zuheilt und ich wurde gestern, sprich nach einem Tag, wieder aus dem KH entlassen. Nun soll ich die Wunde dreimal täglich ausduschen und abwarten.
Ich bin gespannt, wie sich die Sache entwickelt und hoffe sehr, dass ich in Kürze von meiner abgeschlossenen Heilung berichten kann.
