Hallo aus Bayern- Fistelchenkampf mit Laser

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Hallo aus Bayern- Fistelchenkampf mit Laser

Beitragvon vetty am Mo 25. Jul 2011, 02:01

Hallo liebe Leidensgenossen..
Bin selbstständige Tierärztin, 31 Jahre und hab mit dem Teil offensichtlich schon länger gelebt. :cry:
Vor 10 Jahren ist da wohl mal ein Haar eingewachsen. Hab den Arztbesuch lange vor mir hergeschoben und nach einigen Wochen musste ein Golfball großes Hautabszess eröffnet werden. Nach ein paar Jahren kam die selbe Geschichte wieder. Ist erneut eröffnet worden und hat dann über viele, viele Jahre nur ab und an mal etwas genässt. Der Narbenwulst (ganz oben zwischen den Pobacken) war sehr empfindlich (Tanga und co deshalb ein echtes No-go). früher bin ich meine Pferde fast nur ohne Sattel geritten, das hab ich dann aufgrund der danachfolgenden Hammerschmerzen die letzten Jahre mal lieber gelassen.
Ostern diesen Jahres bin ich dann mit einer Freundin mal eben kurz 2500km nach Spanien hin und und am nächsten Tag mit dem Auto wieder zurück gefahren, einige Tage später noch mal 500km zu ner Fortbildung, 3 Tage nur sitzen und danach wieder 500km zurück. Die Heimfahrt war schon mehr als nur ne Qual - normales Sitzen völlig unmöglich.Eine Freundin hat mir dann am nächsten Tag das sich wieder gefüllte Hautabszess mit einer Kanüle eröffnet und etwas gespült. DAnach hat es gesuppt wie nie zuvor. Eine Menge Wundsekret kam einige Tage aus der Wunde heraus und dann war wieder kurze Zeit mehr oder weniger Ruhe. Ab dem 5.6 war mir fast klar, dass ich um einen erneuten Arztbesuch wohl nicht herumkommen würde. DAnk privater Krankenversicherung (und dementsprechender Selbstbeteiligung :( ) und einem vollen Terminkalender, wollte ich, trotz Mörderschmerzen, mit der Terminvereinbarung noch etwas abwarten. Um die Abszessreifung zu fördern, hab ich mich noch zum Joggen gequält, bin versuchsweise auch noch aufs Pferd gestiegen usw..
Am Abend des 7.6 waren die Schmerzen fast nicht mehr ertragbar. Mit Fieber und Schüttelfrost hab ich mich abends noch zu einer Geburt geschleppt, danach die schlimmste Nacht meines Lebens verbracht, am nächsten Tag immernoch irgendwie gearbeitet und mittags dann doch kapituliert. Klar, dass mir so etwas an einem Mittwoch einfällt. Mein eigener Hausarzt im Urlaub., sämtliche Vertretungen Mittwochmittag natürlich keine Sprechstunde... Also hab ich kurzerhand direkt beim Hautarzt angerufen: keine Termine bis nächste Woche. Aber es lebe (zumindest ein Mal in meinem Leben und das auch zum ersten Mal!) die private Krankenverscherung... Als Private kann ich dann doch kurz gleich vorbeikommen. Ein Blick der Humankollegin auf das Corpus delicti und sie meint, da könne sie mir nicht mehr weiterhelfen. Das sei eine Steistbeinfistel - die muss vom Chirurgen entfernt werden. Super! Was für wunderbare Neuigkeiten.. Sie war dafür imerhin sehr nett, hat mir gleich die Nummer einer guten Klinik rausgesucht und gemeint, ich soll direkt hinfahren. Um 17.00 Uhr dort angekommen, haben sie mir dann direkt einen OP-Termin für den Abend gegeben. Unter Vollnarkose wurde das Fistelchen (10cm Länge, 4cm Breite und wunderbare 7 cm Tiefe "das Steißbein umspülend") nachts um halb zwei entfernt. Noch vor der OP unterrichtete ich alle von meinem Vorhaben am nächsten Tag wieder entlassen werden zu wollen, da ich am Abend noch einen Vortrag halten musste. Ich glaub die arme OP-Mannschaft dachte echt, ich hab sie nicht mehr alle.. Man prophezeite mir Schmerzen und ich solle mich die nächten Wochen ruhig halten, nicht sitzen, kein Auto fahren, kein Sport usw.
Tja, aber als Selbstständige in einer Ein-Mann-Praxis geht so etwas schlichtweg nicht..
Nach der OP ging's mir echt gut. Endlich mal wieder ohne Schmerzen schlafen! Nach der Visite hab ich sofort meine Sachen gepackt und die Klinik verlassen. Alle waren wirkich super nett und ich hatte ein gutes Gefühl das Scheißteil endlich los zu sein. :D
Der Vortrag wurde wie geplant gehalten und auch sonst hab ich direkt weitergearbeitet. Grundsätzlich hab ich zwar versucht den Tag terminlich stark zu entzerren, aber ganz ohne Geldeinnahmen geht's halt einfach nicht... Die Anweisung aus der Klinik war tägl. mehrfach ausduschen und ansonsten nur trocken austamponieren.Ich hab die ersten Tage min. 4-5xtägl. ausgespült und danach das Ganze selbst austamponiert.1xtägl. ist eine Freundin zur Kontrolle vorbeigekommen, da ich ja nun selbst dort nicht hinsehen konnte :-( Meine Routenplanung führte also immer bei allen möglichen Freunden vorbei, bei denen ich dann den ultimativen Duschkopftest machen konnte. Zum Austamponieren habe ich Mullbinden genommen. Bei den Kompressen hatte ich immer Angst mal eine in den Tiefen meines Kraters zu vergessen. Die ersten Tage kam relativ viel Wundsekret aus der Wundhöhle, so dass ich versuchen musste ein Durchnässen meiner Hose mit DAmenbinden zu vermeiden. Leider reagierte meine arme Haut auf Klebeband und Damenbinde mit kleinen Pickelchen und feuerroter Haut, so dass ich nach 2 Tagen auf beides verzichten musste. Die Tamponade verklebte ständig (trotz Wundsekret) mit den Wundrändern und das Auswechseln der Tamponade wurde innerhalb von drei Tagen zur Qual. Sonst waren die Schmerzen auch ohne Medis echt verkraftbar, nur das Herausziehen des Mullbindenstücks war extrem schmerzhaft.
Nachdem Joggen, Radln und Reiten für die nächsten Wochen Tabu sein sollten und ich sowieso mit den Hunden Gassi gehen musste, hab ich mich 3 Tage nach der OP doch auf eine kleine Bergtour gewagt. Beflügelt durch die wenigen Schmerzen, würde die erste Tour gleich mal 4 Stunden lang. Wie auch die Tage davor, empfand ich das Gehen nicht als besonders unangenehm. Die Durchblutung war danach immer sehr viel besser und der Druck auf der Wunde nicht mehr so stark. Nach besagter Tour etablierte sich dann logischerweise eine tolle Entzündung. Das Entfernen der Tamponade trieb mir die Tränen in die Augen und ich sah mich nicht mehr in der Lage die Wunde neu zu tamponieren. In der Folge versuchte ich es noch ein-zwei Tage mit Nacl und Glucose getränkten Mullverbandsstücken. 7 Tage nach der OP ließ ich nachts die Tamponade draußen und versuchte vermehrt auf der Seite zu schlafen damit etwas Luft an den Kanal hinkommen konnte. Tagsüber spülte ich mir mittlerweile mit einer NaCl, Calendula-Tinktur und Glucose gefüllten 25ml Spritze die Wunde aus. Schließlich hab ich tagsüber die Tamponade weg gelassen Zusätzlich laserte ich mir mit dem Physiolaser einer Kollegin alle paar Tage 15 Minuten die Wunde. Nach 2 Wochen post op war die Wundhöhle schon nur noch 2 cm tief, eine Woche später nur noch 0,5cm. Am 5.7 bin ich das erste Mal wieder aufs Pferd gestiegen, eine Woche später konnte ich schon wieder joggen.
Die Heilungfortschritte waren Wahnsinn!!! Die letzten 2wochen konnte die Kollegin nicht mehr regelmäßg zum Lasern vorbeikommen, aber die Haut hat sich mittlerweile komplett geschlossen!!!
Ich kann euch Allen nur empfehlen euch mit einem Laser die Wunde behandeln zu lassen! Das klappt super!!!! Wir haben bei uns in der Praxis schon einge Fälle gelasert und das funkioniert hervorragend.
Mein kleiner Quälgeist wird also wohl die nächsten Tag das zeitliche segnen. Jippi!
LG.descalza
vetty
 
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Re: Hallo aus Bayern- Fistelchenkampf mit Laser

Beitragvon fisteldi am Di 26. Jul 2011, 17:43

Hallo vetty,

Das freut mich, dass es bei dir so gut mit dem lasern geklappt hat. Ich habe mir heute morgen die OP mit dem Laser durchführen lassenn und habe keine offene Wunde. Dein Bericht gibt mir Hoffnung, dass es bei mir auch schnell verheilt.

Gute Besserung!
fisteldi
 
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Re: Hallo aus Bayern- Fistelchenkampf mit Laser

Beitragvon vetty am Di 26. Jul 2011, 21:00

Ich glaub, bei mir ist das Schlimmste ausgestanden.
Würde mich sehr interessieren, wie sich dein kleiner Liebling nach der Laserop entwickelt. Man weiß ja nie ob das Teil wieder kommt und da wäre es schon eine Überlegung wert das nächste Mal gleich auf die Laser OP zurück zu greifen..

Alles Gute!
vetty
 
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