zu meiner Person:
männlich, mittelbehaart, dunkelhaarig, 34, Tänzer, aus Berlin. Richtig bemerkt habe ich die Fistel vor zwei Monaten (Ende Juni), hatte das Gefühl bei Übungen auf dem Rücken liegend, als hätte ich eine Erbse unter dem Steiß. Meine Hausärztin diagnostizierte gleich eine Steißfistel, meinte auch, dass sie in jedem Fall operiert werden müsste, aber das hätte Zeit. Sie verschwand auch nach ein paar Tagen, die Schwellung ging komplett zurück.
Nun ist sie letzten Freitag in einer anstrengenden Probenphase wiedergekommen, ist geschwollen, nach meinem Empfinden heiß, aber nicht sehr groß. Sie nässt nicht und laut zweier Ärzte auch nicht aktiv entzündet, habe aber Schmerzen wie bei einem Pickel. Von aussen ist nur das Einstiegsloch erkennbar, nicht die übliche Vereiterung, auch keine Rötung. Die beiden Ärztinnen meinten, es sähe alles noch recht harmlos aus.
Bin diese Woche Dienstag (22. August) bei meiner Hausärztin, am Mittwoch (23. August) im Krankenhaus bei einer Chirurgin gewesen. Beide haben von schonenden Verfahren, geschweige denn Pit-Picking noch nie etwas gehört. Da ich Tänzer bin und mein Körper ein Heiligtum, habe ich die "Metzger-Methode" abgelehnt, war glücklicherweise auch durch dieses Forum schon vorinformiert.
Eine Schwierigkeit ergab sich bei der Suche eines geeigneten Artzes. Es gibt in Deutschland wohl nur 5 Ärtze, die Pit-Picking anwenden:
1) Gelsenkirchen, St-Marienhospital, Dr. Iesalnieks, DER Experkte Deutschlands
2) Unikinikum Regensburg, die vorherige Wirkungsstätte von Dr. Iesalnieks
3) Tübingen, haben die Methode abgesetzt
4) Göttingen, Dr. Samel
5) Berlin, Dr. Sverdlov, Privatarzt
Habe mich dann überall informiert. Das Problem war, das Dr. Iesalnieks fast einen Monat im Urlaub war/ist und erst am 7. Sept. (also in zwei Wochen) zurückkommt, und der früheste Termin am 21. September (also in einem Monat!) ist.
In Göttingen war die Mitarbeiterin am Telefon extrem unfreundlich und desinteressiert. Ihr sagte nicht mal der Begriff pit-picking etwas. Sie wollte mich nur abwimmeln und meinte, vor Mitte Oktober (!) gäbe es keine freien Termine.
Tübingen entfällt, ebenso Berlin, da die OP 600 Euro kostet, da Privatarzt.
Der früheste Termin in Regensburg ist am 6. Sept, was etwa 6 Stunden Anreise mit dem Zug bedeutet. Wenn ich Glück habe, kann ich noch am selben Tag operiert werden (wenn Pit-Picking möglich), wenn nicht, am nächsten Tag. Muss dafür den Zug um 4.30 Uhr nehmen! Also noch zwei Wochen banges Warten.
Heute abend rief dann Dr. Iesalnieks persönlich bei mir an (hatte vor ein paar Tagen eine Mail nach Gelsenkirchen geschickt und meine Handynummer hinterlassen). Er war sehr freundlich und hat mich über ein paar Dinge aufgeklärt.
1. er operiert seit 10 Jahren Steißbeinfisteln, die Metzger-Methode (großflächiges Rausschneiden und offen zuwachsen lassen) war noch NIE nötig.
2. Pit-Picking hat eine Erfogschance von ca. 80-85% (bei 280 Patienten im Jahr etwa 60 Patienten Rückfall), Karydakis hat eine Erfolgschance von 99%.
3. Pit-Picking nicht immer möglich, würde aber als Tänzer nur 2-3 Tage ausfallen, bei Karydakis etwa 3-4 Wochen da größerer Eingriff.
4. Eine Steißbeinfiskel ist etwas ganz harmloses, das von vielen Ärzten total dramatisiert wird. Eine große OP ist nie notwendig. Die Fistel wächst auch nicht, sie hat von Anfang an eine gewisse Größe.
5. Sie MUSS operiert werden, sie verschwindet nicht von alleine.
6. Regensburg ist genauso zu empfehlen wie zu ihm direkt zu kommen.
Werde weiter berichten, wenn sich etwas Neues ergibt.
Jetzt jedenfalls verbringe ich den Tag auf dem Bauch, kühle mit Eis und warte (recht nervös und verzweifelt) auf meinen Termin am 6. Sept und hoffe inständigst, dass es bis dahin nicht schlimmer wird und Pit-Picking möglich ist. Die Tatsache, noch zwei Wochen auszufallen und nicht arbeiten zu können, außerdem morgens um 4.30 Uhr aus dem Haus zu gehen und abends um ca. 1 Uhr wieder zurück zu sein für eine an sich kleine OP (einschließlich ca. 12 Stunden Zugfahrt) reichen wahrlich schon. Außerdem werde ich meinen Geburtstag nächste Woche auch noch im Bett verbringen können und meine Party absagen. Grrr ... Aber ich habe mich entschlossen, dass diese OP sein MUSS und auch nur nach der besten, schonensten Methode.
Fasse nochmals den Stand zusammen:
Ende Juli erstes Auftreten, eher das Gefühl einer "Erbse" im Rücken als richtige Schmerzen. Fistel ertastbar und gleich diagnostiziert worden. Verschwand nach ein paar Tagen von alleine. Am 19. August erneutes Auftreten. Gereizt wie ein entzündeter Pickel, geschwollen, ertastbar, sitzen und liegen schmerzhaft (aber aushaltbar, nur sehr enervierend auf Dauer). Aber keine Rötung, kein Ausfluss. Laut 2 Ärztinnen nicht aktiv entzündet. 23. August Untersuchung bei der Hausärztin, Überweisung, 24. August Untersuchung bei "normaler" Chirurgin. Vorschlag "Metzger-Methode". Für den 6. September Termin in Regensburg (frühester Termin in Deutschland derzeit für Pit-Picking).
